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2 (1890)
Entstehung
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XX.

Ein geschichtlicher Blick auf die Volksschulevon Luther bis jetzt.

Schon dein flüchtigen Überblick über die Geschichte der Volks-schule präsentieren sich drei Hauptphasen oder Epochen, die nurnicht nach Jahren begrenzt werden können, weil sie sich in-einander verlaufen und sogar die erste oder zweite in mehr alseinzelnen Spuren noch in unsere Tage hineinreicht. Das Alteund Veraltete ist in der That oder Praxis noch lange nicht totalvergangen, radikal aus den: Wege geräumt die Hoffnungaller Reaktionsmänner und ihrer Bestrebungen.

Erste Phase. Die Schule ist Tochter der Kirche, wirdvon der Kirche gestiftet; ans den alten Klosterschulen, in welchenman nichts lehrte, als den Glauben und das Vaterunser,werden Kirchenschulen, der Protestantismus ruft sie ins Leben.Dieser Geist erobert den Laien die Bibel, erzeugt das geistlicheLied und die Katechismen. Diese drei Schätze sollen den Kindernzugänglich gemacht werden; folglich muß es Anstalten und Männergeben, welche dafür sorgen. Ursprünglich thaten es die Geist-lichen selbst, dann wurde es eigenen Personen, die in der Regelauch noch andere kirchliche Geschäfte, Küster- und Kantor-dienste u. s. w. verrichteten, übertragen. Die Kinder lernten indiesen Schulen lesen; sie lasen den Psalter, das Neue Testament,lernten Sprüche und Kirchenlieder und den Katechismus aus-wendig und nach dem Gehör geistliche Lieder singen. Indiesen Stücken oder in diesem einen Stücke bestand das Ge-