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die menschliche Natur ist darum Urgrund, Quelle und Zielauch der Sitteugesetze und der Sittlichkeit; aus ihr entspringensie, sie soll durch sie gefördert werden; wie alles ohne Ausnahmeauf die menschliche Natur und die Förderung derselben zu be-ziehen ist, so sind die aus der Natur entspringenden, darumewigen, nur immer mehr und mehr zu läuternden Sittengesetzeals natürliche, notwendige Lebensbedingungen zu betrachten; derMensch ist auch Grund und Ziel der sittlichen Welt; —
die Bedürfnisse der Menschennatur, die Mittel zu ihrer Be-friedigung, die Pflicht, sie anzuwenden und zu vermehren, dasVerlangen aller nach Glückseligkeit, d. h. nach allseitiger Ent-faltung und naturgemäßer Thätigkeit, das Streben nach Über-einstimmung der gesellschaftlichen Verhältnisse mit den allgemeinenBedürfnissen der Menschennatur, die Verehrung der Wohlthäterund wahrhaften Beglücker der Menschheit (in diesem Sinne) sinddem Menschen, einem solchen wahren Menschen — heiligeGegenstände; —
dieses Grundgefühl basiert auf dem Vertraue» zur Mcnschen-natur in sich und anderen, entwickelt die Wertschätzung derMenschennatur in sich und anderen und damit die wahre Demutund den wahren Mut, die sittliche Demut und den sittlichenLebensmut, zeigt überall die sittliche Weltansicht, fördert allseitigdas eigene und fremde Glück, macht den Menschen zum Heilund Segen des Menschen — des Menschen an sich — ab-gesehen von allen trennenden, unseligen Unterschieden nachRang und Stand, nach Vermögen und Habe, nach Sprachen undHeimat, nach Alter und Geschlecht, nach Beschäftigung und indi-vidueller Beschaffenheit, nach Konfession und Katechismus; —heilig ist jedem wahren Menschen das Streben jedes anderennach der Entfaltung seiner Natur; dieses Grundgefühl, diesesBewußtsein, diese Überzeugung in dem Heranwachsenden Bl enschenzu begründen und ihn zur Teilnahme an dem Streben nachLicht, Liebe und Kraft zu bestimmen, ist eine der Auf-gaben des Erziehers.