Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
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Konsequentes Verfahren, Übereinstimmung in der Ansichtund in den Mitteln ist nur möglich bei der Rückkehr zu deinersten:

Harmonie der Einwirknng mit den Grundtriebenund Bedürfnissen der Menschen natur.

Damit betritt man einen festen und heiteren Standpunkt.Auf ihn:

erklärt und begreift man die Mangelhaftigkeit der mensch-lichen Zustände aus der Jugend des Menschengeschlechts und ausder Endlichkeit der Menschennatur, auf dieselbe Weise, wie mandie Mangelhaftigkeit der Feldfrüchte und der Ernten begreiftund erklärt, in Verbindung mit den Konflikten, in welche dieendliche Menschennatur mit der äußeren Natur und mit anderer:Menschen gerät;

erklärt und begreift man die Masse des von Menschen her-rührenden Unglücks und Elends auf der Erde von dem Ver-kennen der Triebe und Strebungen der Menschennatur undvon der Nichtanerkennung ihrer Berechtigung, nicht bloßzum Dasein, sondern zur Befriedigung;

erklärt und begreift man das häufige Nichtgelingen der Er-ziehung aus der falschen Auffassung der inenschlichen Natur imallgemeinen und im besonderen (der Natur der Individuen), aus derMangelhaftigkeit der zur Erziehung erforderlichen Mittel, Momenteund Zustände*.

Aus jenem Standpunkte ergeben sich überdies folgende Air-sichten und Grundsätze, die zum Teil in der Einleitung zu diesenAphorismen schon airgedeutet wurden:

Den Gruird zu dem, was der einzelne Mensch werden kannuird soll, bringt er mit ins Leben; iir jedem sind die allgemeinenStrebungen der Meuschennatur vorhanden, jedoch nach unendlichverschiedenen Maßen und Graden;

Jeder ist daher ein Mensch, aber zugleich ein Individuum;

* Dem Rousseauschen Ausspruch:Alles verdirbt unter den Händender Menschen", fügen heutige Pädagogen, Staatsmänner u. a. bei: Dasmeiste verdirbt durch ungenügende Zustände (Verhältnisse, sEinrichtungen,Lagen re ).