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2 (1890)
Entstehung
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XVIII.

Harmonie der Einwirkung (Erziehung) mit deu Grund-trieken und Bedürfnissen der Aenschennatur.

Der menschlichen Natur ist der Trieb zur Entwickelungeigen, sie trägt ihn in sich als treibende Kraft. Die Ent-wickelung ist ihr daher Bedürfnis.

Die menschliche Natur strebt, gleich jeder organischen, nachder Befriedigung ihrer Bedürfnisse. Aller Genuß bestehtin der Befriedigung eines Bedürfnisses. In der Be-friedigung der Bedürfnisse der menschlichen Natur besteht dasGefühl des Wohlseins, dasGlück des Menschen, in dem Mangelder Befriedigung das Unwohlsein, das Unglück des Menschen.

Das Streben nach jenem Glück ist eins mit dem Triebzur Entwickelung; die Befriedigung dieses Triebes ist eben dasGlück oder die Glückseligkeit. Das Streben danach ist mitder Menschennatur gegeben, sie kann nimmer darauf verzichten.Es hieße: auf das Leben selbst verzichten, sich selbst vernichten;ein Vorsatz, der aus der ungehindert sich entwickelnden Naturselbst niemals entstehen kann. Jedes Ding will existieren, seinerNatur gemäß existieren.

Die Entwickelungstriebe des Menschen begünstigen, verstärken,in ihren: Streben (positiv und negativ) unterstützen, heißt ihnerziehen.

Der Trieb zum Werden liegt in der inenschlichen Natur;ohne seine Existenz ist kein Werden möglich. Kein Mensch wirdalso (im eigentlichen Sinne des Wortes) erzogen, jeder erzieht