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hoffe ich, Stärke genug in mir zu finden, mich als vernünftiger Mann undChrist darein zu finden. — Ich liebe Sie von ganzem Herzen."
Und in einem von Niederer veröffentlichten Briefe sagt erihr unter anderem:
„Teuerste Schulthsß, diejenigen von meinen Fehlern, die für die Lagenmeines künftigen Lebens mir die wichtigsten scheine», sind Unvorsichtigkeit,Unbehutsamkeit und Mangel an Geistesgegenwart bei einstmals entstehendenunerwarteten Veränderungen meiner Zukunft. Ich weiß nicht, wie weit siedurch meine Bemühungen, mit denen ich ihnen entgegenarbeite, durch ruhigesUrteil und Erfahrung sich verringern werden. Jetzt sind sie noch in einemsolchen Grade da, daß ich sie dem Mädchen, das ich liebe, nicht verhehlendarf: es sind Fehler, meine Teure, die Ihre Erwägung verdienen. Ich habenoch andere Fehler, die sich aus meiner dem Urteile des Verstandes sich oftnicht unterwerfenden Reizbarkeit und Empfindlichkeit herleiten lassen; ichschweife im Lobe und Tadel, in Zuneigung und Widerwillen sehr oft aus;ich hänge manchen Gütern so stark an, daß die Macht, mit der ich mich ansie gebunden fühle, oft über die Schranken, welche die Vernunft setzt, hin-ausqeht, ich bin bei dem Unglück meines Vaterlandes und meiner Freundeselbst unglücklich. Richten Sie ihre ganze Aufmerksamkeit auf diese Schwäche;es wird Tage geben, wo die Heiterkeit und Ruhe meiner Seele unter dieserSchwäche leiden wird. Wenn sie mich auch an der Ausübung meiner Pflichtnicht hindern soll, so werde ich doch kaum jemals groß genug sein, Sie insolchem widrigen Zufall mit der Munterkeit und Ruhe des sich selbst immergleichen Weisen zu erfüllen. Von meiner großen, in der That sehr fehler-haften Nachlässigkeit in allen Etiketten und überhaupt in allen Sachen,die an sich keine Wichtigkeit haben, bedarf ich nicht zu sprechen, man siehtsie in meinem ersten Anblick. Auch bin ich Ihnen noch das offene Geständnisschuldig, meine Teure, daß ich die Pflichten gegen meine geliebte Gattinden Pflichten gegen mein Vaterland stets für untergeordnet halten werde,und daß ich, ungeachtet ich der zärtlichste Ehemann sein werde, es dennochfür meine Pflicht halte, unerbittlich gegen die Thränen meines Weibes zusein, wenn sie jemals mit denselben mich von der geraden Erfüllung meinerBürgerpflicht, was auch immer daraus entstehen möchte, abhalten wollte.Mein Weib soll die Vertraute meines Herzens, die Teilhaberin meiner ge-heimsten Ratschläge sein. Eine große, redliche Einfalt soll in meinem Hauseherrschen. Und noch eins. Ohne wichtige, sehr bedenkliche Unternehmungenwird mein Leben nicht Vorbeigehen. Ich werde die Lehren Menalks undmeine ersten Entschlüsse, mich ganz dem Vaterlande zu widmen, nicht ver-gessen, ich werde nie aus Menschenfurcht nicht reden, wenn ich sehe, daß derVorteil meines Vaterlandes mich reden heißt; mein ganzes Herz gehörtmeinem Vaterlande, ich werde alles wagen, die Not und das Elend inmeinem Volke zu mildern. Welche Folgen können die Unternehmungen, diemich drängen, nach sich ziehen, wie wenig bin ich ihnen gewachsen, und wie