XVII.
Heinrich Ueslalozzi.
Redr;ur Francnftier srines lyvjlihrigcn Erlmristagrs.
Groß ist die Zahl der ordinären Tage des Lebens: dergemeinen Tage sind viel. Ohne Charakter, fast unbemerkttreten sie an uns heran, schreiten ebenso an uns vorüber undreihen sich, keine Spur ihres Daseins in der Erinnerung znrück-lassend, zu der ungezählten Menge der vorangegangenen.
Nur einzelne ragen aus dieser Masse gewöhnlicher Tage her-vor. Schon von ferne kündigen sie sich an durch Inhalt undBedeutung, sehnsüchtig sucht sie unser Blick, mit Wonne gewahrtman ihre Annäherung; endlich sind sie da, man fühlt sich über-rascht, belebt, gehoben, und wenn sie an uns vorübergeschwunden,gedenken wir ihrer noch öfter in erhöheter Stimmung, und wassie uns brachten, wirkt noch in späten Tagen fort und fort.Hohe» Berggipfeln sind sie zu vergleichen, die der Wanderer ausweiter Ferne wahrnimmt, deren Besteigung er mit Begierde unter-nimmt, um sich auf ihnen der erheiternden Fernsichten und er-habenen Natnrgenüsse zu erfreuen, sein Herz auf ihnen zu laben,und im späteren, ermüdenden Gleichmaß der Tage mit dankbarerFreude der auf ihnen genossenen Augenblicke zu gedenken.
Ein solcher Tag ist der heutige, meine hochgeehrten An-wesenden. Lange, ehe er erschien, war unser Blick auf ihn hin-gerichtet, der Lebenspnls schlug rascher, als wir seine Annäherunggewahrten, und nun, da er erschienen, begrüßen wir mit Freude