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2 (1890)
Entstehung
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bereits Beiträge gezeichnet, teils ein für allemal, teils auf 5 Jahre.Was uns aber am meisten erquickt hat, ist die allgemeine Teil-nahme des Lehrerstandes, nicht bloß die der Volksschullehrer,sondern aller Lehrer bis zu den Hochschulen hinauf. Was köunenSchullehrer, arme Schullehrer, was können Seminaristen geben?Aber sie geben. Mit heißem Danke habe ich deren Beiträge vonl Sgr. an, sage von einem Silbergroschen an, in Empfanggenommen. Sie geben mit armen Händen, aber mit w armenHerzen. Auf solchen Scherflein hat zu allen Zeiten der besondereSegen Gottes geruht.Was ihr gethan einem unter den Ge-ringsten, das habt ihr mir gethan." Wer ist ärmer als einarmes, verlassenes Kind?

Wir wollen eine Wohlthätigkeitsanstalt gründen.Allerdings. Aber nicht bloß das, mehr als dies. Offen gesteheich, wäre die Absicht bloß Wohlthun, der Verabreichung vonGaben gleich, ich würde dieses Geschäft andern überlassen. Heut-zutage geht der Beruf an die Wohlgesinnten und Glücklicher-gestellten dahin, die Übelsituierten zu veranlassen, daß sie sichselbst helfen; die ihnen dargebotene Hand will sie veranlassen,sich aus unwürdiger Stellung herauszuarbeiten.Selbst istder Mann." Also verlangt es die wohlverstandene, wahrhafthumane Wohlthätigkeit dieses Jahrzehnts. Darum geht auchunsere Absicht nicht bloß dahin, verwahrloste Kinder zu kleidenund zu speisen, nein, sondern sie vielmehr so zu erziehen, daß sienie unwürdigen Zuständen anheimfallen. Auch hier gilt der Geistmehr als der Leib, die Kraft inehr als das Wort, der bleibendeCharakter inehr als die vorübergehende Thal.

Dies muß ich noch sagen, daß bei der Aufnahme und beidem Aufsuchen armer Kinder, wie der edle Falk in Weimares that, das Auge der Suchenden besonders nach den Kindernehemaliger Lehrer gerichtet sein wird. Denn wie es einem Vater,der ein Kaufmann ist, größeren Schinerz macht, seinen Kindernkeine Geldmittel znrücklassen zu können, als einem Nicht-Kauf-iuanne: so giebt es für den Lehrer keinen größeren Schmerz,als den, das Schicksal vorauszusehen, daß seine Kinder ii, Ro-heit und in Gemeinheit der Umgebung aufwachsen werden. Wemman sein Leben gewidmet hat, das pflegt man zu schätzen.