193
haben*. Alles deutet ja darauf hin, daß auch unser Unternehmen,wenn auch klein im Beginn und ohne Zentralisation, gedeihenwird. Zu einer Vereinigung aller Pestalozzi-Stiftungen und ihrerVereine wird sich Gelegenheit finde», wenn die rechte Zeit dazugekommen ist.
Ich sollte Ihnen nun, geehrte Herren, Rechenschaft geben vondein Stande unserer Angelegenheit. Es war im Plan, an demheutigen Tage einen Bericht öffentlich erscheinen zu lassen, aberes ist dazu noch zu früh. Wir können den Umfang unsersUnternehmens noch nicht übersehen, die Geldmittel noch nicht be-rechnen, über die wir werden zu verfügen haben. Ich muß michauf das Wesentlichste beschränken. In l2 000 Exemplaren sinddie von uns ausgegangenen Aufrufe in alle Provinzen Deutsch-lands abgegangen. Die Teilnahme, welche wir gefunden, istdurchaus ermutigend und erfreulich. An Baren: sind jetzt einigeHundert mehr als 2000 Thlr. (Ende März 7000 Thlr.) bei-sammen — es ist der Anfang der Ernte. Die Ministeriendes Innern und des Kultus haben die Thätigkeit des Vereinsanerkannt und gebilligt. Seine Exzellenz der Herr General-Post-meister v. Nagler hat für die Versendung der Aufrufe undder Gelder die Portofreiheit bewilligt; die Schulräte der k. Re-gierungen und diese selbst haben die Verbreitung der Aufrufewohlwollend begünstigt und die Schulinspektoren mit der Samm-lung van Beiträgeil beauftragt. Manche, z. B. die nächsten, ü:Potsdam und Frankfurt a. d. O-, haben Bestellungen auf diezun: Besten der Stiftung von uns ausgegaugenen Broschlirengemacht. Fürstliche Personei: unterstützen großmütig durch Geld-spenden die Zwecke des Vereins, viele Privatpersonen Habei:
* Wir wollen nicht hoffen, daß die Fabel von ihnen geredet: „DisWolke kam zur Quelle und bat sie um Wasser. Wozu brauchst du es: Ichsoll die Alpen eines fernen Landes bewässern, war die Antwort. Dazuhabe ich keines, entgegnete die Quelle; ich brauche es zur Bewässerungmeiner Fluren. Traurig ging die Wolke zur Nachbarquelle: „Nur ein wenigvon deinem Überfluß." Aber auch von hier wurde sie abgewiesen, sowievon den übrigen Nachbarinnen. — Nun, was geschah? — Die lieblosenQuellen, die ihren Zufluß gerade aus jenen Alpen erhielten, versiegten, weildurch ihre Lieblosigkeit in jenen Gegenden eine große Dürre entstanden war."
Diesterweg, Ausgew. Schriften. 2. Ausl. il. 13