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anstatt und Lernschule. Das verstanden die besser, welche Besserungs-Häuser errichteten. Aber sie reichen einmal für das Bedürfnisnicht hin, dann fangen sie auch zu spät an, indem sie erst dieKinder aufnehmen, wenn sich an ihnen die untrüglichen Zeichender Verdorbenheit zeige», d. h. sie fangen an, wenn es häufigzu spät ist. Ein Kind vor der Ansteckung durch das Laster be-wahren, ist leicht; aber einem angesteckten Kinde die frühereGesundheit und Reinheit wiedergebeu, ist unendlich schwer, wonicht unmöglich.
„Und in der Früh' und frischem Tau der Jugend
Ist gift'ger Anhauch am gefährlichsten."
Darum geht unsere Endabsicht, weil» Gott sie segnet, dahin,in die Anstalten der Pestalozzi-Stiftung Kinder aufzunehmen,von welchen wegen der Verhältnisse des elterlichen Hauses er-wartet werden kann, daß sie daselbst nicht erzogen werden.Natürlich wird die Aufmerksamkeit besonders auf die Kinder ge-richtet, welche Vater oder Mutter verlieren und ohne MittelZurückbleiben. Die bestehenden Waisenhäuser reichen nicht ausund ihre Einrichtung entspricht in der Regel den Anforderungender Pädagogik, der Pestalozzischen Pädagogik, nicht. Wir wollenMusteranstalten für die Erziehung verlassener Kinder gründen,Anstalten, welche die Gesetze der Natur beobachteil, in welchendas Kind der Familicnerziehung teilhaftig wird. Eine Erziehungunter Hunderteil ist — wir müssen es aussprechen — eineKasernenerziehung. Ein Kind, das zum fühlenden Menschen er-zogen werden soll, muß die innige und tiefe Sorgfalt eines weib-lichen Gemüts und eines liebenden Vaters genossen haben. Jedewahre Erziehung ist individuell. Wo der Buchstabe des Gesetzeswaltet, wo jedes Kind nach allgemeinen Regeln behandelt wird,wo es — wie linier Hunderten — eine Nummer oder eine Zifferist, da hat die Erziehung zum Menschen im höheren Sinne desWortes aufgehört. Ein Mädchen gar, das unter Hunderten auf-wüchst, ist, so zu sagen, schon als Kind ein öffentliches Mädchen.Genug davon! Ich habe den Zweck der Pestalozzi-Stiftung an-gedeutet. Sie verdankt ihren Ursprung dem Gefühl der Dank-barkeit gegen deil Edlen, in dem der kräftige Geist eines Mannes