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ziehung verwahrloster, ohne uns in Roheit und Niederträchtig-keit anfwachsender Kinder zu verwirklichen suchen. Den unterenKlaffen soll geholfen werden. Wir unsers Teils, wir Erzieherund Lehrer, wollen mit der Erziehung anfangen, nach Pestalozzisgroßem Beispiel. Diese Hilfe ist radikal, sie ist es allein. Preis-und unterstützungswürdig nennen wir alle Anstalten, welche zurLinderung des menschlichen Elendes, zur Vermehrung der Ge-sittung und Bildung beitragen. Darum preiseil wir die mit unsauf gleiche Zwecke hinzielenden Anstalten: die Kinderbewahr-anstalten, die Waisenhäuser, die Rettungshäuser für verwahrlosteKinder, die Einrichtungen, die Gefangenhäuser in Besserungs-anstalten zu verwandeln, und die Sorge für entlassene Verbrecherund Sträflinge. Aber alle diese Anstalten reichen nicht aus,entsprechen dem vorhandenen Bedürfnisse nicht und wirken nichtradikal genug. Manche dieser Veranstaltungeil sehen wie Hohnund Spott ans die Gesetze der menschlichen Natur und die Ver-nunft aus. Was nur kann nach diesen Gesetzen aus einemKiilde werden, welches unter rohen Eltern, von denen es nur dasLaster kennen lernt, aufwächst, welches voll ihnen zum Lügenund Stehlen, znm Herumtreiben und Vagabondieren angeleitetwird u. s. w., was nur kann ans einem solchen Kinde werden?Der Regel nach nur ein Mensch, der, hernngewachsen, seinephysische Kraft lind seinen Geist mißbraucht, d. h. ein Verbrecher,ein die Wohlfahrt der Gesellschaft gefährdendes Tier. DieselbeGesellschaft steckt um ihrer Sicherheit willen diesen Menschen,einem wilden Raubtiere gleich, in einen Käfig, sie bestraft, sietötet ihil — ihn, der so wurde, wie er, in zehn Fällen neun-mal, werden mußte, wie nach Wahrscheinlichkeit ein jeder vonuns geworden wäre! Ist Vernunft in diesem Verfahren? Er-reichen wir, wenn wir den alteil Schalk bessern wollen, unfernZweck? Oder meint ihr, mit dem Besuch der Kleinkinderschule,mit dem Schul- und Konfirmationszwange sei es gethan, wennihr die Kinder den verdorbenen Eltern überlaßt, sie nicht derverpestenden Umgebung entzieht? Die Erfahrung lehrt, und anderskann es nicht sein, der Einfluß von Vater und Mutter, der gutewie der böse, ist von unendlich größerer Macht als Kinderbewahr-