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handeln auch seit langem nach diesem Grundsätze. Weit ent-fernt, ihre Liebe zur Sache und der Arbeit darin durch denGegenstand bestimmen zu lassen, wenden sie ihn (es ist göttlicheVernunft, auch iu den Kindern!) vielmehr dem zu, den derLehrer so zu behandeln versteht, daß er die Selbstthätigkeit derSchüler in Anspruch nimmt und erhöht. Von der Erde Qualenerlösen wir Menschen der modernen Zeit uns durch die Arbeit,durch die Arbeit an uns und an den Dingen zur Verklärungder Geschichte des Menschengeschlechts. So gescheit sind von je-her die Schulknaben gewesen. Und, meine Herren, sprechen Sieselbst: ist es nicht eine sittliche Erscheinung, eine sittliche, ver-edelnde That, wenn der Schüler in reinem Interesse (ein andereskennt der gut geführte nicht) sich zuerst dem Lehrer, dann demLerngegenstande (sei es Rechnen, oder Schreiben, oder Weltkunde)hingiebt, denselben sich mit aller Kraft zu eigen zu machen sucht,ganz in demselben aufgeht? Es ist direkte, wahre, allein wahreCharakterbildung. Wie kann der Wortunterricht sich damit messen,und flösse er in höchster Salbung von den geweihtesten Lippen?Die Lehrer, welche so, wie ich es angedeutet, die Stoffe zu be-handeln wissen (sie sind in ihrer Hand bloße Mittel), machen dieSchule zu einer Lebensbildungsanstalt. In dem Munde derWortlehrer ist der alte Spruch: non Zabolas soll vitao, einereine Phrase. So muß die moderne Schule aufgefaßt werden:sie lehrt nicht, sondern sie bildet, sie spricht nicht vor, sondernsie leitet an, sich zum Charakter zu bilden. Wenn das einmalalle Lehrer in Schulen gelernt haben, dann, meine Herren, dann— nun, wir wollen es abwarten. Dann, um doch eines zusagen, wird man Pestalozzi von allen Seiten eines Ehren-kranzes für wert erachten. Durch ihn sind die Religionslehrernicht gesunken, aber die andern Lehrer sind zu ihnen hinauf ge-stiegen, und der ist der erste, welcher zur Charakterbildung derSchüler das meiste beiträgt. Ich wiederhole es, in der Arbeit,in der zum Besten der Menschen unternommenen, das Wohleinzelner oder vieler oder aller fördernden Arbeit, ruht nicht nurein sittliches Moment, sie selbst ist sittliche That. Eine fürLehrer unendlich wichtige Wahrheit! Jene Ansicht hatten auch