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Weil die Pestalozzische Methode dem natürlichen Gange derEntwickelung folgt, darum verfährt siezweitens anschaulich, veranschaulichend.
Nach der alten Methode lernten unsere Schiller Worte,Worte, Worte. Gegen diese Verirrung, Verkehrtheit lehnt sichPestalozzi mit aller ihm zu Gebot stehenden Kraft aus. Vondiesem Anlehreu der Worte, von diesem Gebrauch oder vielmehrMißbrauch der Worte ohne Begriffe, ohne Sinn und Verstand,leitet er die weitverbreitete Abhängigkeit im Denken, die Ver-standlosigkeit, die geistige Unmündigkeit der Menschen ab. Hater Unrecht?
Dagegen will er das Kind von Anfang an selbsteigene Er-fahrungen machen lassen und zu machen anleiten. Er lehrt das-selbe mit eigenen Augen sehen, mit eigene» Ohren höre», sichden Eindrücken der Natur erponieren, kurz die Dinge und Be-gebenheiten in ihrer Unmittelbarkeit und Wahrheit kennen. AuchGoethe und Bett ine von Arnim sind der Meinung, daßmail mir auf diesem Wege gescheit werde. Pestalozzi hat denalten Götzen des verstandloseu Anlehrens, des unverständlicheilRegelwerks, der gleich dem Haupte der Medusa auf die Schülerwirkte, von dem Throne gestoßen. Was er will, lernt man auseiner einzigen seiner Forderungen. Er sagt: „Mensch, achte keinmenschliches Urteil für reif, das dir nicht als ein Resultateiner iu allen Teilen vollendeten Anschauung deszu beurteilenden Gegenstandes ins Auge fällt; achte im Gegen-teil jedes Urteil, das vor einer vollendeten Anschauung beieinein Menschen reif erscheint, für eine wurmstichige Frucht." —„Das Denkvermögen kann leicht fehl greifen, die Anschauungirrt nie," sagt auch Schiller.
Meine Herren! Sagen Sie sich selbst, was für ein Schlag-licht diese Regel auf die herrschende Nachsprecherei und Nach-beterei, auf den durch das Ansehen sogenannter Autoritätenhervorgerufenen Fanatismus und aus viele andere Dinge wirft!Wodurch wird mau gescheit und klug und gerecht? fragt Goethe,und er antwortet: Nur dadurch, daß man selbst die Dinge unddie Personen untersucht. Und wodurch — fragen wir — fesselt