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Natur hervorgehende Gedanke einer ihren: Wesen, d. h. ihrenAnlagen, ihren Strebungen, ihren immanenten Gesetzen ent-sprechenden Gestaltung der Jugenderziehung hat, aus alle Ver-hältnisse und Einrichtungen des Lebens wie auf alle Faktoren,die auf die Menschen wirken, angewandt, eine solche unermeßlicheWichtigkeit, daß man ihm die allgemeinste Beachtung, die um-fassendste Erwägung wünschen muß. Woher anders rühren dieungenügenden Zustände, woher anders das Unglück vielerTausende, ja Millionen, als von der Nichtachtung der gottge-gebenen, vernünftigen, d. h. zur Vernunft zu entwickelnde!:Menschennatur, voi: Einrichtungen, welche der Natur des Menschei:oft schnurstracks widersprechen! Das hat Pestalozzi so tief er-kannt wie irgend einer, darum hat ihn der Emil von Rousseauin den: Innersten erschüttert; darum rufen wir nicht nur jenen,sondern auch mit Fichte diesen: nach: „Friede sei über seinerAsche und Segei: über seinem Andenken!" Heilig sei uns mitihnen die Menscheimatur! Möchte diese Ansicht — Sie fühlenes und sagen es sich selbst, womit sie nicht übereinstimmt undwas erst schwinden muß, ehe sie allgemeine Geltung finden kann— sich über alle Geschlechter der Menschen ausbreiten, in allenHerzen, in allen Köpfen Wurzel schlagen! Denn sie hat notwendigdie herrlichsten Folgen, nicht bloß für eine veredelte Jugend-erziehung, sondern für alle Einrichtungen im Leben. Aus derAchtung der Menschennatur in jedem, auch dem geringstenMenschen, folgt die Anerkennung der Rechte eines jeden, folgtdie für heilig erkannte Pflicht, die Weltzustände so zu gestalte,:,daß die Anforderungen der Menschennatur Befriedigung finden.Ich empfehle diesen Gedanken Ihren: weiteren Nachdenken, ichbin von der Meinung durchdrungen: die Verkennung und Ver-achtung der Menschennatur ist die Quelle eines unzählbarenHeeres von Übeln, ist die eigentliche Wurzel dieser Übel, undohne unverhohlene, freudige und allseitige Anerkennung derMenschennatur, ohne die Billigung ihres Strebens nach all-seitiger, freier Entwickelung, und ohne die Begünstigung des-selben würde selbst die Hoffnung einer besseren Zukunft ver-schwinden.
Diesterweg, Ausgew. Schriften. 2. Ausl. II.
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