160
bildung führt vermöge ihres Wesens znm Fühlen, Schweigenund Thun.
„Die Wahrheit einer gewissenhaften innen: Stimmung unddie Kraft eines mit dieser Stimmung harmonierenden Lebens,entfernen sich ihrer Natur nach von jedem zerstreuenden, tiber-flüssigen Worte."
„Die Rede der Sittlichkeit ist in: allgemeinen: ja! ja! undnein! nein! und je wahrer und tiefer gegründet sie ist, desto mehrhält sie alles, was darüber ist, als aus den: Bösen."
„Man kann die Kinder das geweckte Leben höherer Gefühle dem ge-meinen Auge und Ohr des Neugierigen nicht vorweisen und aussprechenmachen, wie man sie die geweckten Kräfte ihres Geistes durch das Darlegenihrer Resultate vorweisen und ausspreche» machen kann. Man soll esnicht, und wo man es will, giebt man geradezu dadurch der reinen sittlichenund religiösen Stimmung in ihrem Wesen den Tod und kömmt dadurchauf den Weg, anstatt die Belebung des menschlichen Geistes in der Wahr-heit, im Glauben und in der Liebe thatsächlich und gründlich zu befördern,ganz das Gegenteil zu erzielen und in einer Richtung Maulbraucherei undSchristgelehrtengeschwäH, in einer andern Richtung Kopfhängerei, verkehrte,starre, gegen das Tempelgewölb und den Altar gerichtete Augen, Heucheleiund alle Arten eines toten Formendienstes und toter Formenübnngen demwahren Gottesdienst, dem wirklichen Leben im Geiste der Wahrheit und derLiebe zu substituieren und diesen, das Höchste und Heiligste substituierendenArmseligkeiten einen Wert zu geben, der ihnen gar nicht gebührt und derenAnerkennung die wesentlichen Fundamente, beides, des Aberglaubens unddes Unglaubens mit gleichen Sinnlichkeits- und Selbstsuchtsreizen belebtund dadurch geeignet ist, unser armes Geschlecht den doppelten Folgen dieserbeiden, der Menschennatur gleich verderblichen Verirrungen preis zu geben."
Also: unmittelbare Entzündung der höchsten Eigenschaftendes Menschen durch den edlen Familienkreis einer „Gertrud";dann Anschauungskraft, Sprachkrast, Denkkraft durch Zahl undForm und Kunstkraft. Die Elementarschule hat als solchedieselbe Aufgabe. Die „Idee der Elementarbildung", von derPestalozzi überall spricht, die eigentliche Idee seines Lebens, istder Gedanke, durch naturgemäße Entfaltung der menschlichenAnlagen, namentlich, was die geistige Bildung betrifft, durchanschauliches Erkennen und durch elementarische, d. h. an denGang der Natur sich anschließende Reihenfolgen aus den Ge-bieten der Sprache, der Form und der Zahl, den unerschütter-