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2 (1890)
Entstehung
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verschuldet hat. Zu eurem gesuudeu Unterricht wird er erst dann,weuu die Pestalozzische Idee der Elementarmethode sich auch seiirerbemeistert. So lauge dieses nicht geschehen, müssen wir denReligionslehrern Pestalozzis Gedanken Vorhalten:

Man ahndete nichts und sah nichts von allem; im Gegenteil, wo ichKraft bildete, da fand man Leerheit. Man sagte: die Kinder lernen nichtlesen, just darum, weil ich sie recht lesen lehrte, man sagte: sie lernen nichtschreiben, just darum, weil ich sie recht schreiben lehrte; und endlich sogar,sie lernen nicht fromm sein, just darum, weil ich alles that, die erstenHindernisse der Frömmigkeit, die in der Schule gelegt werden, aus demWege zu räumen, und namentlich widersprach, daß das papageiartige Aus-wendiglernen des Heidelbergers die eigentliche Lehrart sei, nach welcher der Hei-land der Welt das Menschengeschlecht zur Gottesverehrung und zu seiner An-betung im Geist und in der Wahrheit smporzuheben gesucht habe. Esistwahr, ich habe es ohne Scheu gesagt, Gott ist nicht ein Gott, dem Dumm-heit und Irrtum, Gott ist nicht ein Gott, dem Heuchelei und Maulbrauchengefällt, ich habe es ohne Scheu gesagt, die Sorgfalt, die Kinder richtig denken,fühlen und handeln zu lehren und die Segnungen des Glaubens und derLiebe in sich selber zu beleben und zu genießen, ehe man ihnen die Gegen-stände der positiven Religion und ihre ewig nie erörterten Streitpunkteals Mittel der Verstandesbildung und der Geistesübung insGedächtnis bohrt, sei nicht wider Gott und nicht wider die Religion." Die große Idee der Elementarbildung setzt die naturgemäße Entfaltungder Gemütlichkeit, die aus der Liebe und aus dem Vertrauen wesentlichhervorgeht, voraus; und indem sie durch ihr Bestreben den ganzen Umfangder Erziehungs- und Unterrichtsmittel durch ihre Vereinfachung den Wohn-stuben aller Stände näher zu bringen sucht, ist sie dadurch offenbar geeignet,zur naturgemäßen Entfaltung der sittlich-religiösen Anlagen unseres Ge-schlechts die erste, segensvolle, menschliche Handbietung zu leisten; weit ent-fernt, daß sie zu bloßen moralischen Wortlehren und einseitig belebter, geistigerAuffassung derselben hinlenke, und durch das Auswendiglernen mönchischeingeübter, rabbinisch erläuterter, sektenartig belebter und kollektiv verhärteterReligionsmeinungen den heiligen Samen der wahren Religion in unbebautenBoden, zwischen Dornen und Disteln und in Wegen, wo ihn die Vögel auf-fressen und die Menschen zertreten, hinwerfe, und ohne thatsächliche, kraft-volle Belebung der Liebe und des Glaubens im Fleisch und Blut derMenschen und allfällig in den mißlichen, mit der Belebung desFleisches und des Blutes innig zusammenhängenden Belebungs-mitteln der Ein bildungskraft ihr segens- und kraftloses Spiel treibenläßt, ist sie im Gegenteil geeignet, die wahren und ewigen Fundamente derLiebe und des Glaubens von der Wiege an durch thatsächliche Belebungihrer selbst in der Wahrheit ihres reinsten menschlichen Anfangspunktes