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2 (1890)
Entstehung
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Formenlehre" von I. Schmidt bekannt sind. Er wollte durchsie Lehrgänge aufstellen, deren folgende Stufen sich mit Not-wendigkeit aus den vorhergehenden entwickeln, dergestalt, daßihr Inhalt sich nicht nur an die Kindesnntur anschließe, sonderndaß auch jedes, bis auf eine gewisse Stufe also unterrichteteKind, und natürlich in viel höherem Grade der Lehrer, dadurchzu naturgemäßem Unterricht, zu genetischem Unterricht gleichsamgenötigt werde.

Man hat den Grundsatz der Lückenlosigkeit oft verspottet.Wohl verstanden, ist er keiner Apologie bedürftig. In welcherVerbindung Pestalozzi ihn anschaute, darüber ein Wort von ihn:selbst:

Das erste Gesetz der Lückenlosigkeit ist dieses: der erste Unterricht desKindess sti nie die Sache des Kopfes, er sei nie die Sache der Ver-nunft, er sei ewig die Sache der Sinne, er sei ewig die Sache desHerzens, die Sache der Mutter."

Das zweite Gesetz, das ihm folgt, ist dieses: der menschliche Unterrichtgehe nur langsam von der Übung der Sinne zur Übung des Urteils^er bleibe lange die Sache des Herzens, ehe er die Sache der Ver-nunft, er bleibe lange die Sache des Weibes, ehe er die Sache desMannes zu werden beginnt."

Das zweite Merkmal der Pestalozzischen Methode, die sub-jektive Seite, das Hauptaugenmerk ihres Urhebers, betrifft dieLehrform und was damit znsammenhängt. Ich charakterisiere siekurz so: liebevolles Herablassen des Lehrers zu dem KindeBetätigung der schwachen, aber nach Entwickelung strebendenKraft desselben allseitige Übung derselben; sinnliche Betrach-tung, mündliche Darstellung, Einübung bis zu höchster Fertigkeitgeläufiges Wisseu und fertiges Können, folglich Beschränkung des-Lehrstoffes ans ein Minimum, nach dem Grundsätze: non innltcgsock mnlturn Anleitung zum Selbstsehen, Selbsthören, Selbst-machen, Selbsturteilen, kurz zur Selbstthätigkeit, folglich Ver-meidung alles Vorsagens unbegriffener und unbegreiflicher Redens-arten und Wortschälle, wodurch nach des großen PsychologenUrteil der junge Mensch aus seiner natürlichen und festen Stellungherausgerissen, zum blinden Nachbeteu verleitet, zum Wortemachenveranlaßt, und damit seiner Unschuld, seiner Kindlichkeit, seinerBescheidenheit verlustig werde kurz eine solche Wirkung des