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Pädagog den Wert des menschlichen Herzens, die Bedentung derGefühle, den sittlichen Charakter höher geschätzt als Pestalozzi.Die Unterrichtsmittel und die Methode, wie hoch er sie stellte,hatten ihm, mit ihnen verglichen, nur untergeordneten Wert.Eben darum stellte er den Einfluß der Wohnstube über alles inder Welt, über Kirche, Staat und Schule. Eine wahre Muttererhielt von ihm den Preis. Darum glaubte er dann das Höchstegeleistet zu haben, wenn er den Einfluß der Mutter auf dieKinder verstärkte, sie zu bewußtem, naturgemäßem Verhalten an-leitete. Ja, seine erziehenden Tätigkeiten außer diesem Bereichehatten in seinen Augen den Zweck, edlere Mütter, bessere Väterzu erziehen. Aus den: Verfall des häuslichen Kreises leitete erdie meisten Übel ab, welche unter dem menschlichen GeschlechteUnglück verbreiten. Der Anblick so vieler verwüsteten Familienzur Zeit der französischen Revolution und als Folge derselbenbrach ihm daher beinahe das Herz. Aber eben darum legte erauf eine Schrift für Mütter den höchsten Wert. Die Kritikerhaben sein „Buch der Mütter" für ein verunglücktes Oxus er-klärt. Mag zum Teil wahr sein — es ist nicht dieses Ortesdarauf einzugeheu — daß seiner Abfassung aber eine sehr richtigeAnschauung und der edelste Zweck zu Grunde lagen, bedarf keinesBeweises. Unzählige Mütter hat er jedenfalls in dem Festhaltendes heiligsten Verhältnisses befestigt. Hierin liegt der Grund,daß Pestalozzi so viele Verehrer unter den Frauen besitzt; mandarf ihn nur kennen lernen, um ihn zu verehren und zu lieben.Die echte, wahre Mutterliebe und Muttertreue ist ihm das Mittelzur Entwickelung der edelsten Kräfte in dem Kinde. Sind sieeinmal da, so darf nur der Gegenstand des Vertrauens, desGlaubens und der Liebe wechseln, oder der höhere Gegenstandzu dem niederen hinzutreten, und der veredelte, der religiöseMensch steht vor uns. Dieser Wechsel oder dieser Fortschrittgeschieht wieder durch die Mutter. Wen die Mutter liebt, denliebt das Kind; wem sie vertraut, dein vertraut das Kind;woran die Mutter glaubt, daran glaubt das Kind. So geht dasVertrauen, der Glaube, die Liebe zum Menschengeschlecht und zuGott unmittelbar von der Mutter auf das Kind über, nachdem durchsie selbst die Elementarkräfte des Vertrauens, des Glaubens und
Diesterweg, Ausgew. Schriften. 2. Ausl. II. 10