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seinen Werken zu vergegenwärtigen weiß, der hat das Tiefste unddas Erhabenste, das Einfachste und unmittelbar Wahre, wasdarüber gesagt werden kann, nicht gelesen. Nie hat, so viel ichweiß, ein Schriftsteller über den Gegenstand in Rede so ge-sprochen; Pestalozzi darin zu übertreffen, halte ich für un-möglich. Seine diessällige Aufsassungs- und Darstellungsweiseist bewältigend, ist hinreißend, zwingt unmittelbare Überzeugungab. Wer es nicht weiß, daß auch einfachen Menschen eine be-zaubernde Beredsamkeit eigen ist, der kann es hier lernen. Erbeweist nichts, was man schulmäßig beweisen nennt, er stelltnur dar; seine, der Sache nach einfache, aber umfangreiche, aus-führliche, allseitige Darstellung ist der Beweis selbst. Der Be-griff ist: Sache und Beweis. „Ich darf es getrost sagen" —spricht er selbst — „die Idee der Elementarbildung bedarf dasZeugnis keines Menschen." — In dem von Gott gesetzten Ver-hältnis der Mutter zu dem Kinde erblickt Pestalozzi den Grundoder die Quelle und sämtliche Mittel zur Grundlegung eineredlen Erziehung. In diesem Naturverhältnis liegen die Keimeder edelsten Früchte, die der erzogene Mensch selbst niemals auf-zuzehreu vermag. Pestalozzi ist hier ein Forscher, ein Entdecker.In der dem Menschenkinds ausschließlich eigenen Hilflosigkeitund in den natürlich-göttlichen oder, nach seinen: Ausdruck, in den„göttlich-gegebenen menschlichen" Trieben der Mutterbrust sieht erdie tiefste Weisheit der Natur. Sie werden es mir, wenn Siees nicht selbst gelesen haben sollten, nicht glauben, wenn ich sage,daß Pestalozzi aus der Befriedigung der sinnlichen Bedürf-nisse des Kindes durch die Mutter die edelsten Triebe des mensch-lichen Herzens, die Kräfte des Vertrauens, des Glaubens' undder Liebe ableitet. Diese Eigenschaften sieht er als die Grund-triebe eines edlen Menschen an; ohne sie, meint er, sei die Mensch-heit im Menschen verloren. Sie will er darum zuerst, sie will erzuletzt, sie will er zuoberst, sie will er vor allem, ja durchalles entwickelt wissen. Die daher gemeint oder gar behauptethaben, das Verdienst Pestalozzis bestehe in der Darstellungmethodischer Unterrichtsmittel oder gar formalistisch-einseitigerBestrebungen, auf nichts anderes habe er es abgesehen gehabt— sie kennen ihn nicht, oder sie verleumden ihn. 'Nie hat ein