143
zeugt, so war er es doppelt lind dreifach in dem Ungeheuern„Verkünstelungsverderben", das er rings um sich her erblickte. DieKunst der Erziehung bestand nach ihm, um es noch einmal zu sagen,in dem engsten, unmittelbaren Anschluß an die menschliche Natur,unter Benutzung und Berücksichtigung der äußeren Verhältnisse,in welche Gott die Menschen gesetzt hat. Und unter der Methodeder Erziehring verstand er die die Entfaltung der kindlichen Naturfordernde Behandlung der allgemeinen Elementarbildungsmittel,und zwar der einen und gleichen für alle Menschenkinder. Ausdiesen Gründen war er überall auf zweierlei aus, einmal aufdie Benutzring der natürlichen Verhältnisse, ür welche das Kindbei seinem Erscheinen auf der Welt hineingeboren wird, dannzweitens auf die Erforschung der Elementarbildringsurittel unddie Methode ihrer Behandlung. Von diesem Zwiefachen habenwir also hier zunächst zri reden:
Erstens von dem häuslichen Kreise oder von der Wohn-stube, wie Pestalozzi sich auszudrücken liebte;
Zweitens von der Elementarmethode.
Groß zu denken von dem Werte der Erziehung und Bildung,und darum groß zu denken von dem Verhältnis der Eltern zuden Kindern, den Einfluß vou Vater und Mutter auf das Kindnach feinein unendlichen Werte zu würdigen, besonders aber dasWalten einer wahren Mutter in ihrem Kinderkreise, in der Stilleder Wohnstube heilig zu achten und zu halten — ist deutsch.Mit Recht erscheinen uns daher diejenigen unserer Dichter alsverehrungswürdig, welche das Weib in seiner natürlichen Wahr-heit oder wahren Natürlichkeit aufzufassen und zu schildern ver-standen. Wer hat das besser vermocht, als zwei unserer wahrenVolksdichter und Volksschriftsteller, jene beiden, die sich durchecht deutsches Wesen auszeichneten, Schil ler und Jean Paul!Jedermann kennt und liebt sie darum. Aber was will das, wassie sagten und dachten, bedeuten gegen die Art und Weise, wiePestalozzi die Ehe, das Weib, die Mutter aufsaßte? Wer dasnicht gelesen hat, nicht aus allen seinen Werken herausgelesenhat, es sich nicht aus „Lienhard und Gertrud", nicht aus „WieGertrud ihre Kinder lehrt", nicht aus dem Ilten Bande feinerWerke, nicht aus seinem „Schwanengesange", nicht aus allen