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griff seines ganzen theoretischen Studiums auf die erfahrungs-mäßige Kenntnis der menschlichen Natur gerichtet war, so gingenalle seine praktischen Bestrebungen dahin, die Mittel der Ent-wickelung und Entfaltung derselben zu entdecken und sie natur-gemäß anzuwenden, alles an den Gang der natürlichen Ent-wickelung anzuschließen, in der verkrüppelten Natur das natür-liche Wachstum wiederherzustellen, die unverkrüppelte aber nochungebildete und rohe, nach ihren Winken und den in ihr liegen-den Gesetzeil zu entfalten. Diese Gesetze nicht zu kennen,war ihm pädagogische Ignoranz, sie nicht kennen lernen zuwollen, pädagogische Roheit, sie nicht zu achteil pädagogischeBarbarei. Alles bewußt- oder gesetzlose Machen, das blindeHerkommen, die Macht unberechtigter Gewohnheit, alle Künstelei,Verschrobenheit und Unnatur ist nie einem Menschen in demGrade zuwider gewesen wie Pestalozzi. Er selbst war einSohn der Natur, ein Naturmensch im edelsteil Sinne des Wortes,ein Mann der Natur und der Wahrheit.
So sehr ihm aber alle Künstelei zuwider war, so hohenRespekt hatte ,er vor der pädagogischen Kunst. Sie suchte er;sie zu finden, sie für die in allen Individuell eine undgleiche Menschennatur zu finden und für alle ewige Zeiten auf-zustellen, war die Aufgabe seines Lebens. Was gehörte dazu?
Erstens die genaueste Kenntnis der menschlichen Naturnach ihrem Wesen, ihrem Strebeil lind dem Gange ihrer Ent-wickelung.
Zweitens die Auffindung der allgemeinen Erziehungs- undBildungsmittel.
Drittens die der Natur gemäße Anwendung derselben, d. h.im umfassenden und weitesten Sinne des Wortes die Methode.
Durch das erste wurde die pädagogische Kunst bedingt; daszweite verschaffte ihr das Material der Thätigkeit; in dem drittenhatte sie ihr eigentliches Wesen.
Pestalozzi war nämlich weit davon entfernt, zu meinen, derMensch erreiche voiu selbst, wenn man ihn nur wachsen undwerden lasse, seine Bestimmung; ganz im Gegenteil erkannte erim Menschen ein Wesen, das der menschlichen, d. h. der natur-gemäßen Kunst bedürfe. War er davon im allgemeinen über-