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in Verkennung ihrer Gesetze, verloren hat, findet man in ihrwieder: Gesundheit, Ruhe des Gemüts, Vertrauen zu Gott undMenschen.
Und was vermag alle Kunst an einem Menschen, den dieNatur nicht mit Anlagen und Begabung segnete? Sie muß dasBeste thuu, sie hat überall, wo ausgezeichnete Leistungen hervor-traten, das Beste gethan. Das haben auch die erhabensten undgrößten Geister aller Zeiten innig und lies gewußt. Nicht vor-zugsweise ihren Bestrebungen schrieben sie zu, was ihnen ge-lungen war; sie waren überzeugt, daß es ihnen von MutterNatur freiwillig geschenkt war. Goethe, der große Natnr-kenuer, pflegte darum einen großen Menschen wie Schiller, an-erkennend und ehrfurchtsvoll eine Natur zu nennen.
Darum Achtung und Vertrauen zur Natur, zur äußerenwie zur inneren Natur! Ohne dieses Vertrauen ist kein Glückauf Erden, kein freudiges Wirken, kein zuversichtliches Wollen,kein glückliches Erziehen und Bilden möglich. Nur wer dasNatürliche achtet, hat Lust und "Neigung zur Beobachtung derNatur, zur Aufsuchung ihrer großen und ehrwürdigen Gesetze, zuihrer Befolgung im eigenen Leben, auch in der Erziehung lindBildung. Natürlich oder naturgemäß zu verfahren, ist der großeGedanke, der ihn leitet. Denn das Naturgemäße ist das Ver-nünftige, das Unnatürliche oder Naturwidrige dagegen das Un-vernünftige.
Der Kampf im Leben ist der Kampf der Natur gegen dieUnnatur, der Vernunft mit der Unvernunft, der Einfachheit undNaturwahrheit mit der Verzerrung und Verschrobenheit. Vertrauenzu dem endlichen Sieg der Wahrheit und Natur über alle ihreFeinde! Der endliche Sieg ist ihnen gewiß. Das wird eingroßer Tag sein, an dem der Sieg über alle Unnatur sich ent-scheidet. Die äußere Natur ist erst dann zu einer Wahrheit ge-worden, als man sie von aller Unnatur entkleidete. So wirdauch erst die Geschichte eine Wahrheit werden, wenn es gelungenist, sie von allein Unnatürlichen und Un- oder Übervernünftigenzu befreien. Die Zeit ist stark am Werke. Tragen wir dasUnsrige dazu bei.