Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
Seite
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Durchsicht zu erlangen. Sie reden vomUsop, der ander Wand wächst, bis zur Zeder auf dem Libanon", aberfraget einmal bei ihnen nach der Kenntnis des kleinen Asop undder großen Ceder, von dem, was dazwischen liegt, d. h. von un-ermeßlichem Inhalte, und ihr werdet staunen über die grandioseUnwissenheit!

Verdächtig! Wie sollte die Natur ihnen nicht verdächtigsein! Wer allen Respekt vor der Menschennatur, vor den reiu-nrenschlichen und göttlichen Anlagen in dein Wesen des Kindes,vor der höchsten Begabung auf Erden, d. h. vor der vernünftigenErkenntnis, von sich abgethan hat; wer von der natürlichenEntwickelung nur Böses, Heilloses und Verabscheuungswürdigeserwartet: wie sollte der nicht vor der ganzen Natur Abscheu undSchrecken empfinden! Ziehen sie ja der großen, gottvollen Sonne das Kerzenlicht vor!

Ganz natürlich und konsequent ist es bei solcher Unnaturnur, wenn sie die äußere, unschuldige Natur als unter dem Fluchdes Bösen betrachten, wie es vor noch nicht langer Zeit werweiß, wo jetzt noch! selbst vonheiligen Stätten" zu hörenwar. Waren doch mehr als einem die Wüste Sahara, die Eis-meere, die Vulkane, die Schlangen und Krokodile rc. sichere Be-weise eines über die Natur verhängten Fluches.

Alles Natürliche ist der Verschrobenheit ein Greuel; derUmgang und das Leben in der Natur dem verschrobenenStadtbewohner; die natürliche Einfachheit der Sitten und Ge-wohnheiten den verschrobenen Modedamen und Zierbengeln;das naturwahre, naive Kind den durch Verzerrungen allerArt verschrobenen Kunstdilettanten; die einfache, schlichte undgesunde Naturwahrheit, der Vernunftglaube rc. den durchnaturwidrigen Unterricht und durch kunstvolle Systeme ver-schrobenen Köpfen aller Art.

Wer kennt sie nicht, die Erscheinungen naturwidriger Ver-schrobenheit !

Habt ihr niemals statt des geraden, offenen Blickes augen-verdrehende Mienen gesehen, statt der natürlichen Sprache er-künsteltes Pathos gehört, statt der menschlich-natürlichen Gerad-heit sophistische Künstelei wahrgenommen? Seid ihr nie Zeuge