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sie ein — sehr viel zu wünschen übrig. Ich will nur auf einenHauptfehler aus jedem der drei Gebiete, von denen aus aufdie Mädchen gewirkt wird, Hinweisen, einen Fehler des Hauses,einen der Schule, einen der Gesellschaft.
1. Es fehlt in der häuslichen Erziehung denEltern an dem rechten Ernst, und darum denKindern an Respekt und Ehrfurcht vor denEltern.
Man tändelt und spielt mit den Kindern, inan liebkoset sie(wie man sonst betete) am Morgen, am Mittag und am Abend,man amüsiert sich mit ihnen, will sich mit ihnen amüsieren. DieKinder gehen daher mit den Eltern wie mit ihresgleichen um,genieren sich nicht im geringsten, wenn es nicht gar dahinkommt, daß die Kinder die Eltern für langweilig erklären. Invielen Häusern dreht sich das ganze Leben um die Herren Söhneund die lieben Töchter. Ist es nicht so?
Ist es recht so? Erzieht man so zu Respekt und Ehrfurcht?
Und doch ist ohne Ehrfurcht vor den Eltern keine Erziehungzur Ehrfurcht vor Menschen, vor der Nation, vor den mensch-lichen wie vor den göttlichen Dingen möglich. Und ohne dieseEigenschaft ist Größe des Charakters, Gemütstiefe, ideale Rich-tung u. s. w. unmöglich.
2. Es fehlt dem Schulunterricht der Mädchen-lehrer häufig an der rechten Kraft und darumden Mädchen an Intelligenz und Verstandes-reife.
Eine spielerische Auffassung der Mädchen- und Frauennaturfindet man auch bei vielen Lehrern. Die Verstandesentwickelung,meinen sie, entferne das Gemütliche, Zarte, Weibliche, Liebens-würdige. Selbst vor klaren, bestimmten Begriffen und präzisermündlicher Darstellung derselben haben sie eine Art Scheu. Siemachen sich breit mit den Unterschieden, die angeblich zwischendem Unterricht der Knaben und der Mädchen maßgebend seinsollen. Sie sagen, daß, während bei jenen der Verstand vor-herrschen, bei diesen das Gemüt regieren müsse u. s. w.
Ist es auch wahr?