Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
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XIII.

Was fehlt der Erziehung unserer Mädchen?

Die Erziehung hat verloren, der Unterricht gewonnen.Alsoist der Unterricht ohnmächtig, oder gleichgültig, oder verderblich,"so wird nur der Unkundige schließen. Der Unterricht, nämlichder wahre, der kraftbildende, hat Einfluß auf den Willen, aufden Charakter des Schülers, also muß auch dieser Einfluß ge-stiegen sein, das folgt mit Gewißheit; wenn darum dennoch dieErziehung im allgemeinen verloren hat, so sind die mit (nichtdurch den) und neben dem besseren Unterricht in die Höhe ge-kommenen und zwar schädlichen Einflüsse von größerer Machtgewesen als die Wirkungen, welche vom verbesserten Unterrichtausgehen. Dieses folgt. Wenn nun die Mädchen mehr als dieKnaben von den Fortschritten des Unterrichts, die am sicherstenin den öffentlichen Anstalten hervortreten, ausgeschlossen, dagegenin höherem Grade der Macht der Erziehung, wie sie gäng undgäbe geworden, ausgesetzt sind, so müssen die verderblichen Ein-flüsse dieser vorzugsweise bei den Mädchen hervortreten. Nachmeiner Meinung ist es so. Ich bin zwar weit davon entfernt,verkennen zu wollen, daß es eine nicht unbedeutende Zahl vonMüttern und Vätern giebt, welche die Erziehung ihrer Töchtermit wahrer Sorgfalt überwachen, aber ich erblicke sie mehr inden höheren, als in den mittleren Ständen, es sind doch mehrAusnahmen, als Fälle der Regel; kurz, nach meinem Dafürhaltenbleibt in betreff der Erziehung der Mädchen nach denoben gemachten Bemerkungen schließe ich den Unterricht in