Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
Seite
120
Einzelbild herunterladen
 

Die Lehrer oder viele Lehrer sind der Meinung, daß sie sich,wenigstens teilweise, in diesen Hoffnungen getäuscht haben. Ja,es will sich ihnen wohl gar die Ansicht aufdräugen, daß dieAussicht auf eine günstigere, fördernde Lage, auf Förderung undHebung des Volksschulwesens sich inehr und mehr verdüstere odergar verschwinde. Fragt man sie, welche Thatsachen sie zur Be-gründung ihrer niederschlagenden Meinungen aufzubringen wissen,so hört man von dem einen die Reduktion des dreijährigenSeminarkursus auf den zweijährigen; vo>: dein zweiten diestrengere Beaufsichtigung der Lehrer voll den Geistlichen undSchulinspektoren, die sich bis auf die Privatlektüre erstreckeil soll;von dein dritten die Abweisung der Anträge mehrerer laud-ständischeu Versammlungen auf Unterstützung schlecht besoldeterLehrer von seiten des Staats; von einem vierteil den Tadel,der über anerkannt freisinnige und die Interessen des Standesvertretende Lehrer ausgesprochen morden; von einem fünften lindsechsten den Geist nennen, der in den öffentlichen Verfügungenüber Schulsachen und Lehrer herrsche, und der für nichts wenigerals für den Geist der Belebung und Förderung, des Lichts linddes Fortschrittes anerkannt werden könne.

Es ist für jetzt nicht meine Ausgabe, die Wahrheit oder.Un-wahrheit dieser Ansichten lind Auffassungsweisen zu beleuchten;aber das sieht jedermann ein, daß es für ein Unglück erachtetwerden muß, wenn sich dieser Geist der Verstimmung, der Be-trübnis, der Niedergeschlagenheit und des Mißmutes verbreitet,und daß es zu den wichtigsten Aufgaben der Schillverwaltunggehört, jede Quelle dieses bösen Geistes zu verstopfen.

Dieses ist nun wiederum unsere Aufgabe nicht; ich sprechedaher nicht weiter darüber, sondern füge nur noch kurze An-deutuugen bei, was nach meinem Bedrücken unter solchen Um-ständen von seiten der Lehrer zu thuu ist.

1) Erhöhung des Fleißes und der Thätigkeit imBerufe.

Die Beschäftigung mit ernsten und wichtigen Dingenbeschwichtigt und dämpft den Mißmut und versöhnt mitder Welt.