Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
Seite
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ersten Jahren ging sein Bestreben dahin, den Ertrag seines Ackerszu erhöhen. Aber die Erfolge entsprachen den Erwartungen nicht.Trotzdem errichtete er hier im Jahre 1775 eine Armenschule,d. h. er sammelte arme Kinder, wo und wie er sie finden konnte.Die Eltern einzelner zahlten ein kleines Kostgeld, Menschenfreundesandten Zuschüsse, das Meiste gab er selbst her. So bildete ersich unter einem Haufen von Armenkinderu znm Lehrer und Er-zieher aus. Ein Tagebuch, das er über die Entwickelung seineseigenen Sohnes während der ersten Lebensjahre führte, giebtKunde von der Sorgfalt seiner Beobachtungen und der Hin-gebung an seinen neuen Beruf.

Jedes Kind, das nur arbeitsfähig war, mußte an ländlichenBeschäftigungen Anteil nehmen und passende Handarbeiten imHause verrichten. Während der letzteren unterrichtete er sie. MitStaunen bemerkte er, wie wenig sie ihre Sinne gebrauchen konnten,wie stumpf sie mit Angen und Ohren an den merkwürdigstenErscheinungen vorüber gingen, und wie schlecht sie sprachen.Darum legte er schon jetzt auf die Entwickelung der Sinne, aufgenmies Sehen und Hören und ans richtiges Sprechen mehrWert, als auf die Fertigkeit des Lesens und Schreibens.

Aber der Erfolg entsprach den Erwartungen nicht. DieRoheit der meisten Kinder, der Einfluß der Eltern, deren un-verschämte Forderungen Pestalozzi in äußerer Hinsicht wegenMangel an Geldmitteln nicht immer befriedigen konnte, vielleichtauch manche Mißgriffe, die er selbst beging, störten den Fortgang.Der edle Mensch hatte sich in Schulden gestürzt, die er nicht zutilgen imstande war: er mußte nicht nur sein Geschäft, sondernsogar seinen Hof aufgeben und ihn verpachten.Er will andernhelfen und kann sich selber nicht helfen," sprachen die Spötter.Aber er verzweifelte nicht.

Da er nun praktisch nicht mehr wirken konnte, so schrieb erein Buch, welches die gemachten Erfahrungen und die Resultateseines Nachdenkens über die Erziehung des Volkes enthielt. Ernannte es Lienhard (Leonhard) und Gertrud, und eserschien 1781 hier in Berlin bei Decker, der ihm den Druck-bogen mit 6 Thalern bezahlte.

Diesteriveg, Ausgew. Schriften. 2. Aufl. II. s