begriffsmäßige (er müßte eigentlich der begriffslose heißen —denn Begriffe ohne Anschauungen sind Undinge: „es stellt einWort zu rechter Zeit sich ein"), der dogmatische, der dogmatischste,der ohne Vermittlung abstrakte Vorstellungen oder Nicht-Vor-stellungen an die Kinder, d. h. an das Wortgedächtnis oderhöchstens als Material für die herumschweifende, zuchtlose Phan-tasie an sie heranbringende Unterricht. Ihn bekämpft der natur-gesetzliche, ans Anschauungen dringende, d. h. der moderneUnterricht auf Leben und Tod. Beide können nicht neben-einander bestehen. Hier gilt die exklusive Alternative: entweder— oder. Hier giebt es keine Vermittlung, keine Transaktion,keinen Packt. Im Leben ist ein solcher leider, wenn man sichnicht erwürgen will, unvermeidlich, und man darf, wenn manan das Gesetz der Allmählichkeit glaubt, ihn eingehen, ohnesich im Urteil selbst vernichten zu müssen; aber die Theorie, dieWissenschaft kennt kein Parlamentieren, keine Gnade — ein Unter-schied zwischen Leben und Denken, den die ordinären Schrift-steller über Pädagogik nicht begreifen, weshalb sie sich verwundern,zu erfahren, daß einer, der in: Kampfe um die Sache, z. B. inSchriften, den Gegner, d. h. dessen Jrrtümer, zu vernichten sichanschickt, nicht auch in: Leben mit andern sich als ein Wüterichgeberdet.
Ist das Unterrichts- und Erziehungs-Verfahren der Naturdes Menschen und der Dinge, d. h. der Vernunft gemäß — gut;ist es dieses nicht, fort mit ihn:! Dieses gilt nicht nur von Ge-danken, sondern auch von der Quelle oder Entstehungsart derGedanken. Unnatürlich — folglich unwahr; naturgeinäß —folglich wahr und gut. Was aber von inenschlichen Einrichtungenzu einer gewissen Zeit gilt war, ist es darum nicht für alleZeiten. Fortschreiten ist ein Gesetz der Natur.
Diesteriveg, Ausgew. Schriften. 2. Aufl. II.
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