Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
Seite
58
Einzelbild herunterladen
 

58

sprachen, gleich alten Weibern, die immer wieder ans ihren altenSatz zurückkommen, mit Wenn und Aber nachhinkt: der hat unsentweder gar nicht verstanden, oder er weiß weder etwas vonder Natur des Menschen, noch von der Beschaffenheit der objek-tiven Welt; weder kennt er Geschichte, noch Psychologie, wederAlter noch Jugend, und von Unterricht und Erziehung weiß ergar nichts. Man widerlegt einen solchen nicht mehr, sondernman läßt ihn stehen. Zum Anhören veralteter Salbaderei fehlteinem Menschen der treibenden, anspornenden Gegenwart dieZeit, und wenn nicht die Zeit, doch die Geduld. Der Gegnerdieser Betrachtung muß, um ihm seine Aufgabe in kurzen Wortenvor die Seele zu rückeu, diese Sätze widerlegen: in jedemwahren Unterricht sind drei Faktoren vereinigt: die Kenntnisder Sache (des Objekts), die Liebe zur Sache und zum Lernen-den (Subjekt), die pädagogische Befähigung (die subjektiv-objektiveMethode). Diese drei sind eins, vereinigen sich, in der Persondes Lehrers zu einer harmonischen Einheit, welche aus denLernenden übergeht und ihn: dasselbe dreifache aneignet: dieSache (die objektive Wahrheit), die Liebe zu derselben, den Willenund die Kraft in ihrer Erstrebung und in ihrem Dienste, so daßsich in ihm Intelligenz, Gemüt und Wille durchdringen und denganzen Menschen harmonisch ausbilden.