Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
Seite
47
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Grabbe, Hahn-Hahn (Gräfin), Hoffmann (2), Jnnnermann, Kopisch,und wie sie heißen, ich kenne sie selbst nicht alle durch den Genußihrer Werke; sollte eine Lehrerfrau nicht nur keinen einzigen vonihnen kennen, sondern auch keine Lust dazu haben, so ist mir ihrStreben nach Bildung, offen zu gestehen, verdächtig; und wennsic etwa auch von Rückert, UHIand, E. Ai. Arndt, Chamisso undandern Größen am poetischeil Himmel nichts gelesen haben oderetwa gar ihre rein menschliche Fortbildung an dem ersten unsererNationaldichter (Schiller) vernachlässigt haben sollte, so steht esmit ihr in dieser wichtigeil Beziehung schlecht.

Aber wer auch diese poetischeil Beispiele nicht gelten lassenwollte, obgleich die Poesie des häuslicheil Kreises, die Atmo-sphäre desselben, der Parfüm, von der Frau ansgehen muß, derwird doch nicht in Abrede stellen: die Frau des Lehrers muß ander Bildung ihre Freude haben, muß sich fortbilden. Wie könntesie sich sonst eines Mannes, der an die Bildung sein Leben setzt,freuen?

Die Tüchtigkeit des Wirkens, der Segen des Amtes desLehrers ist zum großen Teil bedingt durch die Gesundheitseines Körpers und die Ruhe seines Gemüts. Einschwächlicher, kränklicher oder kranker Lehrer ist eins der un-glücklichsten Wesen des Erdballes, und ohne Friedeil des Herzens,ohne Heiterkeit des Geistes und des Gemüts ist kein gesegnetesErzieheil und Bilden möglich. Zumal der Schullehrer, derMau», der die Bürde übernommen hat, Dutzende von Kindernzu unterweisen und zum Gilten, Edlen, Schöllen zu gewöhnen,er kann sein heiliges Geschäft nicht vollbringen, wenn er seinemLeibe keine Anstrengungen zumuten kann, wenn sein Gennit mitStürmen dnrchwühlt wird. Und seine Gattin?

Siesorgt fünftens für die Erhaltung und Stär-kung seiner Gesundheit, für die Ruhe seines Ge-müts.

Du Lehrersrau, die du mich hörst, denkst vielleicht, da ichan die Bildung der Fraueil Ansprüche mache, ich habe einegeringschätzende Meinung von der Frauen alltäglichen Berufs-geschäften, z. B. voll dem Kochen und Znbereiten der Speisen.