Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
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Mcnschennatnr, welche über die Passivität, den Philistersinn undde» Egoismus der Bewohner Deutschlands Klage führen und zu-gleich die Mittel, durch welche diese traurigen Eigenschaften tiber-wunden werden, d. h. die aktive Teilnahme aller an der Organi-sation und Bewegung der Gemeinden und Stadtverwaltungenund an der Förderung korporativer Interessen, verschmähen. Undein leeres, hohles, nichtiges und verachtungswertes Wort ist dieRede von einem Bunde der Schule mit der Kirche in dem Mundederer, welche den Lehrer von der Mitgliedschaft in den Presbyterienund Kircheuvorstäudeu ansschließen, und da will man den Lehrernicht zu einem selbständigen, sein Amt mit Umsicht und Übersichtführenden Mann machen, wo mau ihn zu keiner Sitzung desSchulvorstandes hinzuzieht, und da die Schule zu keiner Bildungs-anstalt fürs Leben sich entwickeln lassen, wo man den Lehrer vondem Leben und dem Verkehr mit seinen Kollegen abzuschließensucht. Ohne drei Dinge kommt unser Volk ans dein Zustande,in dem es eine Bevormundung notwendig und möglich macht,nicht heraus:

1) nicht ohne die Vernichtung der Branntweiupest (wozu abernoch andere Maßregeln gehören, als Enthaltsamkeitsvereine);

2) nicht ohne freithätige Gemeinde- und Standeskorporationen;

3) nicht ohne erweiterten, allseitigen Einfluß der Schule.Ohne 1 wird ein großer Teil der Männer (meist die der Kraftnach tüchtigsten) an Leib und Seele ruiniert; ohne 2 bleibt dieEntstehung des thätigen Gemeinsinnes eine Chimäre, und alleGelegenheit fehlt, an den einzelnen heranznkommen; ohne 3 fehltdie sichere und feste Grundlage der Intelligenz und Bildung.Refrain: Auch darum Lehrervereine, um dem zu erweckendenGeistedie Stätte zu bereiten".

4. Das Denken ist, wie Sch lei erwache r in seinen psycho-logischen Vorlesungen zeigte, eine Funktion der Gattung, d. h.entsteht nur durch die Geineinschaft der Menschen. Ein einzigerMensch ans der Erde würde gar nicht denken, oder es müßtensich andere (intelligente) Wesen zu ihn: gesellen. Durch den Ver-kehr der Menschen miteinander entstehen die Gedanken. DasKind lernt von den Eltern, dem Lehrer denken und sprechen.Kein Buch kann sie ersetzen. So kann auch kein Buch dein Lehrer