III.
Urogramm der Seminarschul'e.
Einige Worte über gymnastische Übungen alsGegenstand des Schulunterrichts.
Es hat Zeiten gegeben, in welchen selbst die erleuchtetstenMänner die Schule für ein von Zeitverhältnissen ganz unab-hängiges Institut ansahen. Nach ihrer Ansicht hatte es dieSchule, in welcher ein tieferer Grund der Bildung gelegt werdenkonnte, mit dem Menschen als solchem zu thun, mit dem zurVernunft bestimmten, in seiner Natur wie iu seiner Bestimmungewig sich selbst gleichen Bewohner des dritten in der Reihe derPlaneten. Dieses Vernunftwesen durch die ein für allemal auf-gefundenen klassischen Bildungsmittel rein um sein selbst willenzu bilden, ohne auf seine Herkunft, noch auf seinen künftigenBeruf, noch ans andere Umstände und Zeitverhältnisse zu blicken,war die Aufgabe der rein humanistischen Schule. Sie erzogweniger für das Leben als für die Idee, und zwar für die ab-strakte Idee allgemeiner Humanität. Daß das Resultat ihrerBildung dem Leben nicht zu gut gekommen wäre, wer möchtedas behaupten? Aber niemand wird es in Abrede stellen, daßsich diese Erziehungs- und Bildungsweise nur in Zeiten geltendmachen konnte, die in: allgemeinen den Charakter der Stabilitätan sich trugen. Wenn das Leben unter festen, starren Formengefangen liegt, so braucht sich auch die Erziehung der Jugendnicht nur Bewegung und Fluß zu bekümmern. Das Prinzip derdamaligen Erziehung entsprach der Beschaffenheit des Lebens
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