Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
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Lage in einem Erdwinkel von fortbildendein Umgänge nnd leben-diger Erregung durch Litteratur und Menschen abgeschnitten zuwerden, und sie ziehen darum oft die ökonomisch engste Lage inder Hauptstadt, wo es an Erregungen mancherlei Art nicht fehlt,einer äußerlich viel mehr bietenden Situation als Hauslehrerauf den: Lande vor.Ich möchte gerne hier bleiben" sprechensie in ehrenvollem Weiterstreben nnd im Gefühl der erwachtenBedürfnisse ihres Geistes und Herzensum mich noch weiterbilden zu können." Ohne dieses Gefühl und Streben würdeder Lehrer in ihnen erstorben sein.

6. Das Lehrerb ewnßtsein besteht in dem Be-wußtsein der Teilnahme an den Ereignissender Zeit und den in ihr thätigen Kräften.

Es gab Zeiten, in welchen man sich viele Jahre oder fürsLeben abschließen konnte, ohne Gefahr zu laufen, von dem Radder Zeit dahinten gelassen zu werden. Die Zeit bewegte sichnicht, das Rad stand still, oder ging so langsam, daß man dieBewegung für Stillstand erklären konnte. Aber wie ist diesanders geworden? Es braucht keiner mit Epimenides hundertJahre zu schlafen, lasset eine» nur zehn Jahre ausruhen, er wirdnur wenig noch von der Zeit verstehen. Auch wenn die Päda-gogik im enger» Sinne des Wortes in einem Jahrzehnt keinebedeutenden Fortschritte machen sollte, wie vieles ändert sich indieser Zeit in den Ansichten, Bestrebungen der Menschen, selbstin den Institutionen des Staates und des Lebens! Lasset einen,der vom Frühling 1830 bis zum Frühling 1842 von der Weltkeine Notiz genominen, nun plötzlich mit seinem Standpunkteim Jahre 1830 in das Leben ein- und unter den Menschen, dieinzwischen zwölf Jahre geistig fortgelebt haben, auftretenwird er Zeit und Umstände noch kennen und richtig beurteilen?Ja, wird er die für die Gegenwart und Zukunft zu bildendeJugend, die darum mit dem lebendigen und anregenden Geistder Gegenwart, anzuwehende Jugend, ohne selbst von diesem Geistergriffen zu sein, zeitgemäß zu fördern vermögen? Gewiß nicht.Und zwar um so weniger, weil die Schule die Gestalt und Farbedes besseren Geistes der Zeit annimmt und annehmen soll. Man