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Meinung* die der Lehrer von dein Wert undder Bedeutung seines Berufes hegt.
Denke gering nnd niedrig von dir und deinem Thun, waswillst du vollbringen? wirst du deine ganze Kraft daran setzen?wirst du treu sein im kleinen und im großen? wirst du mit alldeinem Sinnen, Denken und Fühleil dabei sein, in deinem Amteanfgehen, mit ihm eins werden? wird es dich ungeteilt, ganzund für immer habeil? wird das Lehrerleben in dir sich ver-körpern, das Strebeil des Lehrers sich in dir verleiblichen, seinGeist ül dir Fleisch werden?
„Wie du im Busen sie trägst,
Prägst du in Thaten sie aus!"
Darum denke groß von deinem Volke, groß von dem Hoheit Guteder Zivilisation und Kultur, groß von Erziehung, von Bildung!Denn dann denkst dn in Übereinstimmung mit dem Wesen derSache. Es giebt nichts Höheres als der Geist des Menschen, alsein würdiges Menschenleben; die Entwickelung des Geistes ist dieBlüte des Menschenlebens. Wohlstand und Reichtum eines Volkessind Güter desselben, würdig der Fürsorge der Regierung linddes Strebens der einzelnen; aber es sind Mittel, unentbehrlicheMittel, kein Mensch weiß das inniger nnd tiefer als der Schul-lehrer. Niemand soll sie uns herabsetzen oder schelten, am aller-wenigsten die, die sie in reichlicherem Maße besitzeil; aber es sindMittel, es giebt edlere und höhere Güter. Der Schullehrerfördert sie zutage; nicht der Acker ist das Feld seiner Thätig-keit, der Mensch selbst ist das Objekt seiner Sorgen und Mühen.Er fährt in den Schacht der Seelen, lockert den Boden desGemüts und befruchtet den Willen mit edlem Samen und ge-deihlicher Witterung. Was würde ans dem Volke, der Gesell-schaft, dem Staate werden ohne seine stille, geräuschlose, mühsameThätigkeit! Er ist nicht alles und macht nicht alles, aber er
* Hohe Meinung! — Also „Aufgeblasenheit und Dünkel".
Diesen Schluß wollen wir die machen lassen, welche von den irdischenDingen und Menschen — nichts verstehen; nur Angelerntes im Kopfe haben.Gegen den Schulmeisterdünkel giebt es nur zwei Radikalmittel: 1) gründlicheBildung; 2) echtes Lehrerbewußtsein. Von dem letzteren reden wir hier.