164 Die schleswig-holsteinische Frage. 1863—1864.
kann der Einzelne, der entschlossen ist, seine Persondaran zn setzen. Eine Regierung hat nicht das Recht,das Land, dessen Schicksal ihr anvertrant ist, gegen einevon Hause ans erdrückende Uebermacht ohne Not insFeld zu führen, womit ich keineswegs gesagt haben will,daß in dem vorliegenden Falle uns eine solche erdrückendeUebermacht gegenüberstände. Ich halte überhaupt nochheute wie in der Kommission die Politik der freien Hand,des Gewahrtseins jedes Standpunkts Ihnen gegenüberaufrecht.
14. Kein parlamentarisches Juillrertum!
22. Januar 1864.
Auf verschiedene Angriffe der Abgg. Löwe und Waldeckimmer in derselben 30. Sitzung des Abgeordnetenhauses vom'22. Januar 1864, erwiderte der Ministerpräsident:
Es mag wohl für oratorische Leistungen nützlichsein, Fiktionen aufzustellen, in denen man dem GegnerMeinungen suppeditiert, die er nicht hat, Worte, die ernicht gesprochen, Thatsachen heranzieht, die nicht exi-stieren; aber einen sachlichen Vorteil, glaube ich, hat esnicht, wenn mau dergleichen Fiktionen mit dem Toneinnerster Ueberzeugung und sittlicher Entrüstung wider-legt; nur der belletristische Wert des Materials, welcherhier produziert wird, kann dadurch gesteigert werden.Der Herr Vorredner hat damit geschlossen, daß er vondem Rheinbunde als von etwas Existierendem sprach,was unsre Politik geschaffen hätte. Ich kann Ihnen zuIhrer Beruhigung sagen, daß wir von diesem Gebildeebenso fern sind — in die Zukunft kann ich freilich nichtsehen — aber in der Gegenwart ebenso fern sind, alsunsre Beziehungen zu unfern deutschen Bundesgenossen,