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2 (1885) Der Ministerpräsident v. Bismarck-Schönhausen : 1862 - 1866
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Herr v. Bismarck fürchtet sich nicht v. d. Demokratie. 163

innere, so knüpften sich meine Worte daran, daß derabwesende Referent dem gleichfalls abwesenden Pernicevorwarf, daß seine Ansichten Winkelauffassnngen seien,und ich bemerkte darauf, daß bei dem Mangel einesGerichtshofes in Europa Winkelansichten, wenn es ihnengelinge, die Mehrheit der Bajonette zu gewinnen, dieEigenschaft hätten, daß sie mitunter siegreich blieben.

Der Herr Vorredner hat ferner das Motiv unsrerHandlungsweise der Furcht vor der Demokratie uud Furchtvor dem Auslande der Negierung untergeschoben. Ichglaube, der Herr Redner kennt mich lauge genug,um zu wissen, daß ich Furcht vor der Demo-kratie nicht kenne. Hätte ich diese, so stände ich nichtan diesem Platze oder würde das Spiel verloren geben.(Große Bewegung. Rufe: Ein Spiel! Ein Spiel!)Ich lasse mich auf Worte nicht ein; rechten Sie nichtüber Ausdrücke, rechten Sie über die Sache!Ich fürchte diesen Gegner nicht, ich glaubesicher, ihn zu besiegen (Oho!); ich glaube, das Ge-fühl, daß es so kommen werde, ist Ihnen nicht mehrganz fern. (Heiterkeit.)

Was dagegen die Furcht vor dem Auslande be-trifft, so bestreite ich die Richtigkeit des Ausdruckes.Man kann Vorsicht Furcht, man kann Milt Leichtfertig-keit nennen. Der Mut nimmt meines Erachtens diesenCharakter an, wenn man einer Regierung, die für dasSchicksal eines großen Landes verantwortlich ist, zumutet wie mir das in der Kommission von seiten des HerrnReferenten geschehen ist auch gegen die erdrückendsteUebermacht, die sich voll Hause aus zu den Waffen her-ausstcllt, Preußen zu den Waffen greifen zu lasseil.Meine Herreil! Das kann eine Negierung nicht, das