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2 (1885) Der Ministerpräsident v. Bismarck-Schönhausen : 1862 - 1866
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162 Die schleswig-holsteinische Frage. 1863—1864.

jedenfalls aber den zwölf Jahre lang bestehenden Zu-stand nicht wieder aufkommen zu lassen.

Der Herr Vorredner hat aus einem Worte, welchesich in der Kommission gesagt habe, gefolgert, daß dieMittel- und Klein-Staaten es sich gesagt sein lassenwürden, daß es keine deutschen Interessen gäbe, und daßsie infolgedessen nur ihre eignen zu Rate ziehen würden,und daß die eignen Interessen sie auch zur Anlehnungan das Ausland bestimmen könnten. Meine Herren!Wenn der letzte Fall einträte, so werden wir auch viel-leicht wieder erleben, was wir schon erlebt haben; jederStaat folgt schließlich seinen Interessen. Gehen Sie ansdie Geschichte zurück, so werden Sie finden, daß meinWort vollkommen richtig ist, so unwillkommen es IhremOhr auch klingen mag; es gilt von allen Regierungen,was einer ihrer Souveräne mir einst selbst sagte: „Kommtes zum Aeußersten, so ist mir das Hemd näher als derNock." Nur glaube ich in der That nicht, daß diedauernden Interessen diese Staaten nötigen, sich an dasAusland anzulehnen, sondern daß ihnen ihre dauerndenInteressen empfehlen, sich an die beiden deutschen Groß-mächte anzuschließen. Ich kann nur wünschen, daß siedieses Interesse deutlicher und klarer erkennen, als esneulich in einer schriftlichen Aeußerung eines fürstlichenMitgliedes der Fortschrittspartei in einem nach Wiengerichteten Briefe geschehen ist. (Große Heiterkeit.)

Ich muß dem Herrn Vorredner ferner darin wider-sprechen, als hätte ich behauptet, daß das Recht alleinbei den Bajonetten liege. Ich habe nur behauptet, dasRecht ließe sich in europäischen Streitigkeiten, wo einkompetenter Gerichtshof nicht besteht, nur durch dieBajonette geltend machen. Wenn ich mich recht er-