Herr v. Bismarck fürchtet sich nicht v. d. Demokratie. 161
stritten, ohne daß ich sie ausgestellt hatte, gehört die-jenige, daß Preußen von Deutschland geschieden werdenmüsse. Meine Herren! Das ist ja schon geographischunmöglich, ein Blick ans die Karte lehrt das schon. Esfragt sich in Deutschland nur, wer soll führen? — oderwie der Herr Vorredner sich ausgedrückt hat, „wer sollim andern ausgehend" Wenn aber die beiden Groß-mächte einig sind, wie in diesen: Fall, so glaube ich,daß, so lange die jetzige politische Gestaltung in Deutsch-land besteht, ihnen diese Führung unstreitig gebührt.Es handelt sich nur darum, klar zu stellen, wo und werist „Deutschland" — und was denkt man sich unterdeutschen Interessen? Diese Frage kann in Betreff derpolitischen Interessen so vielfach beantwortet werden, wiees in dem Arndtschen Liede in Bezug auf die geogra-phischen Verhältnisse geschieht. Ich bin ferner mit den:Herrn Redner darin ganz einig, daß wir uns nicht aneinen: Abgrunde befinden, wenn die Verfassung beob-achtet wird, sobald sie eben nur allseitig beobachtetwird, (Nus: Jawohl! Bewegung und Heiterkeit) so-bald man nicht danach trachtet, ihr eine Auslegungzu geben, die sie, ihrem klaren Sinne nach, nichthat, und die mit der preußischen, bei uns publiziertenVerfassung vereinbar ist, und daß dieses von Ihnennicht geschieht, das ist es, was ich vorhin behauptethabe. In Bezug auf die gesteru von mir ans einerDepesche gemachte Mitteilung bemerke ich, daß ich darinnicht ein Programm aufgestellt, durch welches die Erb-folge absolut präjudiziert worden wäre; ich habe gesagt,wenn die Lösung derselben, welche von der Bundes-majorität erstrebt wird, sich nicht als möglich erweist, sosei es notwendig, eine andre Losung ins Auge zu fassen,