Die Anleihe für den dänischen Krieg. 127
exklusiv österreichische; auch heute wieder in diesem Augen-blicke enthält der eigentlich praktische Angriff gegen dasMinisterium eigentlich den Vorwurf einer Politik, die eszu sehr mit England hält. Es ist nur heute vorgeworfen,daß wir einen zu starken Einfluß auf den Bund geübthätten, während uns sonst vorgeworfen wurde, daß wiruns vom Bunde und Oesterreich ins Schlepptau nehmenließen. Ja, heute ist mir sogar der europäische Stand-punkt vorgeworfen. Meine Herren, so lange wir inEuropa wohnen und nicht etwa mit Dänemark auf einerisolierten Insel, so lauge müssen wir uns auf deneuropäischen Standpunkt stellen, und ich lasse mir diesenVorwurf ebenso bereitwillig gefallen, als den, daß icheine zu preußische Politik triebe. Diese Vorwürfe hebensich in ihrer Mannigfaltigkeit gegenseitig auf und habendeshalb kein Gewicht für mich. Der Herr Referent hatselbst erwähnt, daß er in der Kommission nicht anwesendgewesen wäre. Er hat deshalb den dort schon erhobenenVorwurf wiederholt, daß die vom Bunde beschlosseneExekution entweder die Kompetenz des Bundes über-schreite, oder eine Anerkennung des jetzigen Zustandes inHolstein enthielte. Ich erlaube mir, den Herrn Refe-renten hierüber einfach auf Artikel 32 der WienerSchlußakte zu verweisen, aus welcher hervorgeht, daßeine Exekution nicht notwendig gegen die Regierungeines Bundeslandes, welches sie betrifft, gerichtet seinmuß.
Der Herr Referent hat eine eigentümliche Ansichtaufgestellt über dasjenige, was die europäischen Mächtein der dänischen Frage thun müßten, weil sie in Grie-chenland analoge Dinge gethan hätten. Ich glaube, daßdie europäischen Mächte sich nicht an juristische Spitz-