128 Die schleswig-holsteinische Frage. 1863—1864.
findigkeiten und Deduktionen kehren, sondern daß sieihren Verbindlichkeiten in ihren Interessen folgen.
Dann hat der Herr Referent meiner Beteiligungan den Verhandlungen erwähnt, infolge deren der Her-zog von Augustenburg im Jahre 1852 seinen Abschlußmit Dänemark gemacht hat. Ich habe damals die Be-fehle meiner Regierung vollzogen, und habe sie so voll-zogen, daß Se. Durchlaucht der Herzog mir noch wieder-holentlich und bis in die neueste Zeit hinein, ebenso derErbprinz, den Dank für die Art und Weise, wie ichsie vollzogen, ausgesprochen haben.
Doch ich kehre zu dem praktischen Gebiete zurück,indem ich, wenn ich mich auch nicht in die Adreßdebatteselbst einmische, doch annehme, daß dieselbe eine Epi-sode in der Behandlung, die Sie unsrer Anleihevorlageangedeiheu lassen, bildet. Ich habe mich über den Zweckder Anleihe bereits in der Kommission ausgesprochen,und der Regierungskommissär hat in der letzten Sitzunghier meine Ansichten im wesentlichen resümiert. DieAuskunft, die damit gegeben ist, ist die, welche wir nachder jetzigen Lage der Sache geben können, und ichglaube, meine Herren, daß Sie selbst sich darüber auchnicht täuschen, daß irgend eine Regierung, und — wennich nicht irre, sind in Ihren engeren Kreisen dar-über bezeichnende Aeußerungen gefallen — auch die libe-ralste, im gegenwärtigen Augenblicke darüber nicht mehrsagen kann. Sie finden diese Erklärungen unzureichendund richten deshalb über die Köpfe der Minister hinwegeine Frage an Se. Majestät, um ausführlichere Erklä-rungen zu erlangen. Ich glaube, meine Herren, daß Siedie Fiktion, daß der König keine Kenntnis von der po-litischen Lage habe, daß er davon übel unterrichtet sei.