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2 (1885) Der Ministerpräsident v. Bismarck-Schönhausen : 1862 - 1866
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126 Die schleswig-holsteinische Frage. 1863—1864.

Besitzergreifung und Befreiung seiner Erblande wirksamen Beistandleiste." Nachdem der Abg. Virchow als Referent der Kommissionden Adreßentwurf befürwortet hatte, nahm der Ministerpräsidentdas Wort:

Ich habe mir schon erlaubt, in der Kommission zubemerken, daß ich eine Adresse wesentlich als ein Jn-ternum des Hauses betrachte, welche eine praktische Mit-wirkung der Regierung als solcher bei ihrem Zustande-kommen ausschließt. Ich will daher dem Herrn Vor-redner auch nicht in alle Details auf das historisch-politische Gebiet folgen. Ich erlaube mir nur, demselbendie Frage zu stellen, ob er es nicht für möglich hält,daß auf dem Gebiete seiner eignen Fachwissenschaftjemand, der die Anatomie als Nebenbeschäftigung be-treibt, vor einem Auditorium, welches dem Redner poli-tisch^ sympathisch und persönlich wohlgesinnt, aber nichtin dieselben Tiefen der Wissenschaft, wie der Herr Re-ferent, eingedrungen wäre, — daß vor diesem Auditoriumein solcher Redner anatomische Sätze mit weniger Be-redsamkeit selbst, als der Herr Redner entwickelt hat,überzeugend darthun könnte, von deren Unrichtigkeit derHerr Referent als Sachkundiger vollständig überzeugtwäre, deren Widerlegung ihm aber nur vor einem mitallen Details des Gegenstandes ebenso wie er selbst ver-trauten Auditorium möglich wäre. (Unruhe.)

Ich will deshalb nur auf einige mich persönlichnäher angehende Bemerkungen des Herrn Referenten kurzerwidern. Man hat mich successive angeklagt, bald daßich mit Frankreich, bald daß ich mit Rußland ginge.Als ich mein jetziges Amt übernahm, ging ein gewissesGespenst russisch-französischen Bündnisses vor mir her,dem ich huldigen sollte. Dann hat man mir eine ex-klusiv russische Politik vorgeworfen, in neuerer Zeit eine