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2 (1885) Der Ministerpräsident v. Bismarck-Schönhausen : 1862 - 1866
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120 Die schleswig-holsteinische Frage. 18631864.

Sie werden es natürlich finden, meine Herren, daßin dieser Frage, die Sie heute beschäftigt, die RegierungGewicht darauf legt, daß über den Wortlaut der Er-klärungen, welche sie abgibt, kein Zweifel entsteht. Ichwerde mir daher erlauben, die hauptsächlichen Erklärun-gen, die ich im Namen der Königlichen Staatsregierungdemnächst abgeben werde, Ihnen in schriftlicher Fassungzu verlesen. Bevor ich dies thue, schicke ich über dieAeußerungen des Herrn Referenten einige Worte voraus.

Der Herr Referent hat einige Thatsachen angeführt,die zum Teil auf Notorietät beruhen, nur in Bezug auseine derselben spreche ich die ausdrückliche Bestätigunghier ans, weil sie vielleicht weniger bekannt ist. Es istrichtig, daß der Londoner Vertrag nicht zwischen denGroßmächten, sondern von einer jeden derselben mitDänemark abgeschlossen ist. Sowohl der Inhalt desVertrages bestätigt dies, als auch die Form; er ist unter-zeichnet auf der einen Seite von Dänemark und auf dergegenüberstehenden Seite von den sämtlichen übrigenKontrahenten, und die Ratifikationen sind von jeder Machtund mit Dänemark ausgewechselt, nicht von den Mächtenuntereinander.

Der Herr Referent hat ferner die Frage der In-korporation Schleswigs, vermöge des neuesten dänischenVerfassungsentwurfes erwähnt. Diese Inkorporation istbeschlossen, aber noch nicht vollzogen. Wenn der Momenteintritt, wo sie vollzogen wird, so regelt sich unsre Stel-lung zu derselben nach dem Proteste, den wir in Frank-furt beantragt haben, in Verbindung mit dem Inhalteunsrer dortigen Abstimmung, und mit dem Inhalte derErklärung, die ich Ihnen demnächst vorlesen werde. DerHerr Referent hat nachher die Frage aufgeworfen, ob