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Der Militärkonflikt 1862—1863.
Auf der linken Seite des Hauses entstand über diese Bemer-kung große Aufregung. Der Abg. Parrisius nahm das Wortzur Geschäftsordnung: „Meine Herren, es ist bekannt, daß derDeutsche eine ungeheure Portion Geduld hat, und dieses Haus hatdiesen Erfahrungssatz in einem hohen Grade bewiesen. Wenn aberder Herr Ministerpräsident in einer so wegwerfenden und ganzund gar der Würde des Hauses und den Verhandlungen unan-gemessenen Weise hier auftritt, seinen Sitz verläßt und ins Neben-zimmer geht und hinterher mit der Bemerkung kommt, daß derRedner im Nebenzimmer gehört sei, dann, meine Herren, muß ichbemerken, ist es Sachs des Herrn Präsidenten, wenigstens zu kon-statieren, wie wir hier behandelt werden. Wir sitzen hier nicht zuunserm Vergnügen: wir führen eine ernste Debatte und suchendas Beste des Vaterlandes zu fördern." Herr v. Bismarck er-widerte :
Meine Herren! Ich muß dem Herrn AbgeordnetenParrisius jedes Urteil über das, was für mich gehörigoder ungehörig ist, absprechen. Wir sitzen hier alle nichtzu unserm Vergnügen. Ich habe noch sehr viel andreAufgaben außer der, Ihnen zuzuhören; hier unter an-dern: auch die der Korrektur der Erklärung, die-ichIhnen gegeben habe. Ich habe mit Leuten zu sprechen,die nicht warten können. Es ist mir nicht möglich, un-unterbrochen Ihren Verhandlungen beizuwohnen. Wennich den Vorteil habe, bei der sonoren Stimme derHerren Vorredner im dortigen Zimmer (ans das Minister-zimmer deutend), am Tische arbeitend, Ihre Reden hörenzu können, so weiß ich nicht, wie Sie darin eine Ver-anlassung zu diesem Aufwande von sittlicher Entrüstungfinden können.
Die Entrüstung wollte sich gleichwohl fürs erste nicht beschwich-tigen. Der Abg. Jmmermann meinte, Niemand könne wissen,daß der Ministerpräsident ein so feines Gehör habe, das Wort desLandes auch hinter den Thüren zu hören; das Auftreten desMinisterpräsidenten sei ein Hohn gegen das Haus, fügte der Abg.Parrisius hinzu u. dergl. Weitere Folgen hatte der Zwischenfalleinstweilen nicht.