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Appcrccption
weigerten, wofür sie aber eine Geldstrafe zu zah-len hatten. In neuester Zeit haben die Gegen-sätze sich weniger schroff gezeigt. Vgl. I. r>. Ärx,Reim-Chronik des Appenz. Krieges, St. Gallen1825. Gabr. Rusch, Der Kanton Appenzell, histo-risch, geogr., statist. geschildert, St. Gallen 1835;Zcllweger, I. C., Gesch. des Appenz. Volkes,4 Bde., St. Gallen 1842. Eine sehr tüchtigeArbeit über die Appenz. Sprache ist T. ToblersAppenz. Sprachschatz, Zürich 1837.
Apperccption (v. lat. porcipore, ein-, an sichnehmen, empfangen, übertr., geistig in sichanf-nehmen, begreifen), einer der schwierigsten Terminider modernen Philosophie. Cartcsins bezeichnetejede durch die sinnliche Wahrnehmung znm Be-wußtsein gelangte Vorstellung mit porcoptio. Diesenatürliche, dein Lateinischen entstammende Bedeut-ung des Wortes fand ihre Modifikation in derLeibnizschcn Philosophie, in welcher auch der Ter-minus A. zuerst auftritt. Leibniz' metaphysischesPrincip ist die Monade, als eine spontan (durchfreie Thätigkeit) ans sich selbst alle Momentedes Lebens herausentwickelnde Krafteinheit. DieseMonaden sind wie für das bewußte Seelenleben,so auch für die Körpcrwelt um uns bildende Ele-ment, als schlafende, unbewußte Monaden. DieserUnterschied mußte auch in der realen Thätigkeitderselben ihre gradwciscn Unterschiede haben. Siehebt Leibniz sorgfältig hervor. Er bezeichnet dieVorstellung, als ursprüngliche monadologische Äraft-thätigkcit, überhaupt mit Perccption n. unter-scheidet davon die bewußte menschliche Vor-stellung als A.
Von hier ging der Begriff in die Kautschs u.von da in die neuere Philosophie über. Kantspricht in seiner Kritik der reinen Vernunft häufigvon der transcendeiitalcn n. nothwendigen Ein-heit der A., von einer synthetischen Einheit derA., oder auch von einer ursprünglichen A. DieseTermini, die im Wesentlichen immer dasselbe be-deuten, bezeichnen nichts Anderes, als das diesel-bige, einheitliche Bewußtsein, als den Samm-lungspunkt und Schauplatz alles unseres empi-rischen Wahrnchmungs- n. Dcnklebcns, das ur-sprüngliche einheitliche Centralbcwnßtsein.
Einen noch anderen Sinn erlangte das Wortin der Herbartschen Philosophie. Sein metaphy-sisches Princip ist das Reale, als ein einfaches,ranmloses, geistiges Wesen, was durch die Stör-ungen anderer solcher einfachen Wesen zu Selbst-erhaltnngcn (Vorstellungen) gcnöthigt wird, Vor-stellungen, die nur unter einander Verbindungenn. Verschmelzungen entgehen. Als kleine Kraft-intensitätcn gibt cs für dieselben eine Schwelle,über welcher sie bewußt, unterhalb welcher sieunbewußt sind n. werden. Durch neue hinzutre-tende Vorstellungen, die sich verbinden, verschmel-zen n. ins Gleichgewicht bringen, entsteht nun eineBorstcllungsinaffe, als Kraftintcnsität, Kraftsumme.Tritt nun eine neue Vorstellung ins Bewußtsein,so wird sic von der bereits vorhandenen ähnlichenVorstellnngsmaffe als Kraftsunime ausgenommenu. ins Gleichgewicht gebracht. Die ausnehmende,bereits vorhandene, ins Bewußtsein tretende Vor-stcllnngsmasse nun nennt Herbart die appercipir-ende, die anfgenomiiiene, einzelne Vorstellung die
— Appert.
appercipirte, während der Begriff der Per-ception im Allgemeinen für Borstellen bei-behaltcn wird. Somit ist im Allgemeinen A.gleichbedeutend mit Bewußtsein, u. apperci-piren, s. v. als mit Bewußtsein eine Sachewabrnehmen.
Appert, 1) Fran^., Gutsbesitzer zu Massyim Depart. Seine n. Offe, vorher Koch n. dannConditor in Paris; nach ihm ist ein Verfahrenzur Aufbewahrung von Nahrungsmitteln benannt,beschrieben in il'art cio consorvsr poiniant plu-sionrs annsos tontos Iss substaiicos animales stvsAstaiss, Paris, 4. Ausg. 1831, deutsch Kobl.1810, Wien 1822. 2 ) Bcnj. Nicol. Marie,bekannter Philanthrop, geb. 10. Septbr. 1797zu Paris; ward 1814 Lehrer an der kaiserl.Zeichnenschnlc daselbst; 1815 ans polit. Gründenabgesetzt, führte er seit 1816 in den Elementar-schulen im Depart. du Nord u. mehreren Negi-inentsschnlcn den gegenseitigen Unterricht ein undleitete 1818 in Paris eine Anstalt für Offizieren. Unteroffiziere zu diesem Zwecke. Seit 1820 un-terrichtete er selbst in dem Militärgcfängniß vonMontaign, wurde aber, verdächtig, das Entsprin-gen zweier Sträflinge begünstigt zu haben, selbstgefangen gesetzt. Nach seiner Freisprechung widmeteer, nun auch mit dem Leben in den Gefängnissenbekannt, seine ganze Thätigkeit der' Erleichterungu. Verbesserung des Looses der Gefangenen undbereiste seit 1825 zu diesem, wie anderen philan-thropischen Zwecken Frankreich; 1830 nach Pariszurückgelehrt, wurde er gleichsam Privat-Almoseiiierdes Königs Ludwig Philipp. Eine von ihm 1842in Lothringen gegründete Colonie für entlasseneSträflinge u. Kinder von Gefangenen versprachviel, konnte aber aus Mangel an Mitteln nichtfortgeführt werden. Er besuchte von 1816—50die Strafanstalten in Belgien, Preußen, Öster-reich, Sachsen, Bayern, Hamburg n. lebte dannunter dem Titel eines Gencraldircctors der fran-zösischen Gefängnisse in Preußen, wo ihm jedoch1853 der Besuch der Gefängnisse, Hospitäler undKasernen untersagt wurde; 1854 war er in denDonauländcrn u. 1855 in Griechenland. Er-schrick: Llanusi äos eoolos rsAimsutairos, Par.1822; llonrnal ckos prisons, ckes öcoles et ckssötablissoiuonts cko bionkaisaiios, cbd. 1825;Kahnes, priscms st erimiiisls, 1836, 4 Bde.;6onköronsss contra Is sz-stsmo oeUulaire, Brüss.1846; Oix ans a 1a conr ckn Hoi Iwnis lUiil.st Lonvonirs än tomps cio i'Lmpirs, Bert. 1847,3 Bde. (deutsch von Plötz); Voz-aZs sn IlslAigiio,Brüssel 1846, 2 Bde.; Voz-aZo sn I>russs, Berl.1847; donseiis anx panvrss prisonuisrs, 1850(deutsch Berl. 1850); HambonrA, sss prisons stiiospicss, Hamburg 1850 (deutsch 1850); DieGeheimnisse des Verbrechens u. Gefängnißlebens,Leipz. 1851, 2,Bde.; Rathschläge für Directoren,Geistliche u. Ärzte von Gefängnissen, Hamburg1851; Die Gefängnisse, Spitäler, Schulen rc. inÖsterreich, Bayern, Preußen, Sachsen n. Belgien,Wien 1851; Über Wohlthätigkcits- n. Strafan-stalten, Leipzig 1853; Voz aZs äans los ?rinci-pantss äannbisnnes, Mainz 1854. .-i)Eugöne,franz. Historieiimalcr, geb. 1814 in Angers, einSchüler von Jngrös; st. 1867 in Cannes. Er