Druckschrift 
Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
Entstehung
Seite
746
Einzelbild herunterladen
 

746

Aortenkammer — Avaft.

in die linke Schlüssclbcinpulsader(-Irteria subclaviasinistra). Die absteigende Brust-A. liegt anfangslinks von der Wirbelsäule, später vor ihr. Rechtsvon ihr befinden sich der Brnstlymphgang unddie Speiseröhre, vor ihr Herzbeutel n. linke Lungen-ivurzcl. Sie entsendet die Luftröhrenpulsadern(^rtoiias bronolrinlos), Speiseröhrenpnlsadern (Lr-torias ossoxba^oas), Hinteren Mittelfellpnlsadern(^.rtsrias meckiastiualss postsrioros) n. 9 paarigeZwischenrippenpnlsadern (^rtorias inboroostalss).Die Ban ch-A. liegt vor der Wirbelsäule, hinter demBauchfell, von Pancreas, Zwölffingerdarm, Gekrös-Wurzel bedeckt, nach rechts an die untere Hohlvenegrenzend. Ans ihr entspringen die Zwerchfellpuls-adern (,ä.rtoriae pbrenivae), die Eingeweidepnls-ader (Lrtsria eoeliaoa), die obere (^. msssntorioasuporior) u. die untere (4,. nass, inkeriar) Gekrös-pnlsader, die Nebennieren- u. Nierenpnlsadern (^..suprarenalss et renales), die inneren Samen-pnlsadern (rä. spsrmatieao intornas), die Lenden-pulsadern (L.. lumbales) und endlich die mittlereKreuzbeinpnlsader (a. saeralis). In Bezug aufden Vorsprung der Zweige des Bogens kommenviele Varietäten vor.

Aortcktasic (v. gr. slctasis, Ausdehnung),Erweiterung der Aorta (Ollatatlo aortas); kommtmeistens an Stellen vor, welche am stärksten derGewalt des Blutstoßes ansgesetzt sind, u. entstehtvorzüglich bei krankhafter Beschaffenheit der Ge-fäßhäntc. In der Regel ist A. der Anfang desAneurysma der Aorta.

Aortcnaneurlisma (v. Gr.), das Aneurysmader Aorta. Bei einiger Größe erkennt man dasA. der Aorta des Unterleibes an der deutlichfühlbaren pulsirenben Geschwulst in der Bauchhöhle,so daß die Pulsation durch Verschiebung der Ge-schwulst nicht verändert wird, die Percussion einengedämpften Ton, die Anscultation ein Biasebalg-geränsch gibt. In Folge des N-s entsteht Hyper-trophie der linken Herzkammer. Meistens kommtdas A. an dem anfsteigenden Theil u. am Bogender Aorta vor und erreicht manchmal sogar dieGröße eines Kindskopfes. Das Aneurysma derBrustarterie kennzeichnet sich durch pnlsirende Ge-schwulst oberhalb der Schlüsselbeine, in der Mitte od.zu beiden Seiten des Brustblattes, oder am Rücken.

Aortenkammer, die linke Herzkammer.

Aortenklappeninsufstcienz, s. Jnsnfficienz.

Aortenmündungsstcnose, s. Stenose.

Aortcnverengerung, beim Fötus normal u.durch den Botallischcn Gang bedingt; im Lausedes Lebens meistens an der Einmündnngsstelledes Botallischen Ganges sich zeigend und ange-borener Fehler; mir in höheren Graden der Ge-sundheit n. dein Leben gefährlich.

Aortcnzerreißittlg erfolgt bei Erkrankungder Ringfascrham, besonders bei Hypertrophie deslinken Herzens, nach heftigen Schlägen auf denBrustkasten, nach außergewöhnlich heftigen Ge-müthsbewegnngen rc.

Aortenzwiebcl (Anat.), s. Aorta.

Aortitis (Aorlenentzündnng) kommt amhäufigsten an der Mündung der Aorta vor, aberauch an Bauch- n. Brnstaorta. Ihre Folgen sindmeist Verknöcherung der Arterienwand od Atherom-bildnng, seltener Verstopfung oder Zerreißung.

Aosta, 1) ehedem Herzogthum in Piemont, jetztDistrict der italienischen Provinz Turin, im N. anWallis, im W. an Savoyen grenzend; 3263Hjkm(59j-s^M), mit 82,300 Ew.; bildet ein von derDora-Baltea mit dem Butticr durchströmtes Alpeu-thal, welches arm an Getreide, aber reich an Nadel-holz, Obst, gutem Wein, Öl ist. Die Ew. redenfranzösisch, treiben Viehzucht, Alpenwirthschaft, Berg-bau auf Kupfer, Eisen,Blei,Silber, Marmor, Schie-fer, bereiten Theer, Pech, Terpentin; viele wandernals Schornsteinfeger umher. Das Herzogthnm A.ward von den Longobarden errichtet u. kam baldan die Grasen von Savoyen, die den Titel davonführten. 2 ) Hauptstadt desselben, an der Mündungdes Buttier in die Dora u. an der Vereinigungder Straßen über den Großen und den KleinenSt. Bernhard, ist Sitz eines Unterpräfecten, einesTribunals, eines Bischofs n. s. w., hat einemoderne Kathedrale mit eigenthllmlichem Portal u.Fresken u. dem Grabmal des savoyischen FürstenThomas, Lycenm, Gymnasium, technische Schule,Hospital, ansehnliches neuesRathhans anfder PiazzaCarlo Alberto n. Überreste ans den Römerzeiten(Triumphbogen des Angnstus, Stadtmauern undStadtthor s?orta prastorias, Brücken, Trümmereiner Basilica); 1871 7669 Ew., welche Handelmit Leder, Käse und Wein treiben. A. war dieStadt der Salassier; durch ihre wichtige Lage denRömern oft sehr unbequem. Unter Angnstus (25v. Ehr.) durch Terentius Varro zerstört, wurdesie von einer Militärcolonie wieder anfgebaut undlämzusba Urastoria Lakassorum, später I'urinonagenannt. In der Völkerwanderung kam sie nacheinander unter die Herrschaft der Longobarden,Franken, Burgunder, unter die Markgrafen vonJvrea und dann an die Grafen von Manrienne,die später Grafen von Savoyen wurden. Vgl.Promis, I-s antiebitä cko Turin 1862.

Apaches (Apache-Indianer, Apachen, Apacher),ein raubsüchtiges, wildesJndianervolk der Athabas-kahorde in Texas u. Nen-Mexico, dessen verschiedeneHauptstämmesich in viele kleine Banden theilen. Siebauen keine eigentlichen Wigwams, sondern führenZelthütten mit sich u. treiben weder Ackerbau, nochViehzucht und leben größtentheils von Jagd,Raub n. Plünderung; ihre Hauptwaffen, Pfeil n.Bogen, handhaben sie mit großer Geschicklichkeit;ihre Streifzüge dehnen sie bis Californien, Sonora,Durango u. Chihuahua aus. Ihre Zahl in denVereinigten Staaten schätzt man auf höchstens11,000, von den übrigen kennt man die Zahlnicht. Vgl. Browne, Reisen in das Apachenland,Jena 1870.

Apäst (Abaffi), 1) Michael I., geb. 1632,ans niederem siebenbürgischem Adel; machte 1656unter Fürst Georg II. Raköczy den Feldzug nachPolen mit n. wurde dort von den Tataren ge-fangen. Nach seiner Befreiung lebte er zurückge-zogen auf seinem Erbgute Ebesfalva, bis er 1661auf Betreiben der Türken gegen den österreichischgesinnten Joh. Kemeny zum Fürsten von Sieben-bürgen gewählt wurde. Durch den Sieg beiNagy-Szöllös über Kemeny kam er zwar in ruhi-gen Besitz seiner Würde, hatte aber doch stets dasdrückende Gefühl, Schützling der Pforte zu sein,ein Verhältniß, das ihn auch in mancherlei Ber-