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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
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Äolsharfe

der Angabe Virgils wurde A. durch die Gunst derJuno zum Gott n. Beherrscher der Winde er-hoben.

Äolsharfe (Windharfe, Windmonochord), Sai-teninstrument, bestehend aus einem langen, schma-len Kasten oder Rahmen, auf dem ein dünnerResonanzboden angebracht ist, mit 8—10 starken,an 2 Stegen befestigten Darm- oder feinen Draht-saiten; derselbe wird über einem Thllrfenster, oderin einem Fenster einer offenen Thür gegenüberdem Lastzüge ausgesetzt, wodurch die Saiten inVibration kommen n. harmonische Töne durch 2und sogar 3 Octaven entstehen. Da die Saitenleich gestimmt zu sein Pflegen, so ist es wnnder-ar, daß sie gleichzeitig verschiedene Töne Hervor-bringen. Äsoung hat diese Erscheinung näheruntersucht, indem er von seiner A. alle Saitenwegnahm bis ans eine n. dennoch gleichzeitig ver-schiedene Töne hörte. Es zeigte sich, daß sich dieSaite in mehrere selbständig schwingende Abtheil-ungen thcilte, welche neben dem Tone der gan-zen Saite ihre Octavc, hohe Quinte n. s. f. er-gaben. Denn berührt man den vorher berechne-ten Ort eines Schwingnngsknotens, so dauert derentsprechende Ton fort, während er aufhört, wennman seinen Schwingnngsbogcn berührt. DerTon scheint, bevor er die richtige Stimmung er-reicht, erst einige Stufen durchlaufen zu müssen,weil sich die Saite erst successive in die betreffendeAnzahl gleicher Abschnitte theilt. Manche derhörbaren Töne sind auch vielleicht Combinations-töne derjenigen, welche wirklich schwingenden Sai-tenlängen entsprechen. Die naheliegende Erfahr-ung, daß der Wind Harfen znm Tönen bringt,ist wahrscheinlich schon sin alter Zeit gemacht wor-den. Die moderne Ä. wird bereits von Athan.Kircher (1602—1680) beschrieben; verbreitet wurdesie „zunächst in England durch Anregung Popes.

Äon (gr.), 1) Zeitalter, Ewigkeit; 2) in derphönikischen Religion der Gott der Zeit; 3) beiden späteren Gnostikern, hauptsächlich bei Kcrin-thos, aus Gott cmanirte Geisterwesen, welche überdie verschiedenen Weltzeiten n. Weltordnnngcn ge-setzt sind; s. unter Gnosis.

Aonra, alter Name von Böotien. DaherAonier, so v. w. Böotier,», aonisch, alles My-thische, was auf Böotien Bezug hat; besondersder Aonische Berg, so v. w. Helikon; die AonischeQuelle, so v. w. Aganippe; die Aonische Grotte,die Grotte ans dem Helikon, wo die Musen (daherAonldcs) wohnten.

ksonis, Gattung der Trilobiten.

Aorai, Berg ans der Insel Tahiti (Gesell-schaftsinseln), der sich in den dortigen wallartig ge-stalteten, zackigen Gebirgen 2450 in erhebt.

Aorist (v. Gr., unbegrenzt), in der griechischenGrammatik das zur Erzählung dienende Tempus,welches das Eintreten der Handlung in die (ver-gangene) Wirklichkeit bezeichnet. Im Wesentlichenentspricht ihm das französische Defini. Das Lateinischen. die germanischen Sprachen besitzen kein blos zurErzählung dienendes Tempus. Latein, soripsi drücktsowol den griechischen A. ögrapsa. französisch.s'öorivis, als das griechische Perfectmn Aögraxim,französisch s'si sorlt, ans; das deutsche ich schriebsowol Len griechischen A. ö§rap.sa, französisch

— Aorta.

j'eorivis, als das griechische Jmperfectnm v8'ra-plian, französisch s'sorivnis, lateinisch soribobam.

Aorst (a. Gcogr.), sarmatisches Volk am Kaspi-schen See, von wo sie nach dem Schwarzen Meerewandcrtcn; sie trieben ausgebrcitctcn Handel mitindischen und babylonischen Maaren, die sie ansArmenien u. Medien holten; im Mittelalter Arsai.Einige halten die finnischen Ersc (Ersa, Ersjä) imGonv. Wologda für ihre Nachkommen.

Aorta (Änat.), stärkste, den Stamm für alledem großen Kreisläufe des Blutes (s. Blutkreis-lauf) angehörigen Arterien (Aortensystcm) bildendePulsader, am Anfänge 2^ cm stark. Aus derlinken Herzkammer (Aortenkammer) entspringend,hat sic an ihren Ursprnngstheilen drei, den Rück-tritt des Blutes nach dem Herzen im geschlossenenZustande verhindernde halbmondförmige Klappen,Aortenklappen (Valvnlas somilnnaros), jenseitwelcher sie sich in drei flache Gruben erweitert,die man als Linus aartioi oder Vaissivno. derenGesammtheit aber, eine leichte Anschwellung dar-stellend, als Aortcnzwiebel (Lnibns aortas)bezeichnet. Jede Klappe enthält in ihrer Spitzemeist ein kleines Knötchen, Knötchen des Aranzigenannt (dloänlns arantii). An der Klappe be-ginnt der aufsteigcnde Theil der Aorta, der etwa6si om lang ist (^.orta asosncksus) u. in den A o r t e n -bogen (Ärons aortas), mittels dessen sic, etwahinter der Gegend des zweiten rechten Rippen-knorpelS, sich nach links n. hinten wendet, directübergeht. Der Aortenbogen liegt in der Höhedes dritten Brustwirbels, etwa 5 ein lang, ganzaußerhalb des Herzbeutels. Derselbe sei?! sich indie absteigende Aorta fest, welche, so lange sie inder Brust, 18—20om lang, links hinten im Mittel-fellraume verläuft, Brnst-A. (4.orta tlmraoioa)heißt, dann aber, nachdem sie durch das Aorten-loch des Zwerchfells in der Gegend des zwölftenBrustwirbels in die Bauchhöhle übergetretcn ist,zur Bauch-A. (Aurta abäominaiis) wird. Dieseist etwa vom zwölften Brustwirbel bis an ihrEnde vor dem vierten Lendenwirbel 13 om lang.Im AnfangStheil 2 om weit, nimmt sic erst anDicke ab n. gabelt sich vor dem letztgenanntenWirbel in die beiderseitigen gemeinsamen Hüftpnls-adern (Artorias iliacas oommnnos) ans einander.Die aufsteigende Aorta ragt mit ihrem vorderenStiel frei in den Herzbeutel hinein, wird ganzim Anfänge von der Lungenpnlsader bedeckt, weiteraber links von dieser u. rechts von der oberenHohlvene begleitet. Nach hinten liegt sie ans denVorhäfen des Herzens, besonders dem rechten.Sie gibt ab: die rechte n. die linke Kranzpnlsaderdes Herzens (^.rtsria oorcmnrin corclis (ioxtrn stsinistra). Der Aortenbogen liegt vor dein Endeder Luftröhre n. der Thcilung der Lnngcnarterie,mit welcher er durch den nur im Mntterleibeoffenen Onotns artoriosns Lotaili in Verbindungstand, der später zu einem Bande (InZAMsntnmurtoriosnm) wird, das nur äußerst selten nochdurchgängig ist. Weiterhin verschlingt er sich nachlinks n. hinten, indem er den rechten Zweig derLungenschlagader u. den linken Luftröhrenast um-greift. Aus ihm entspringen die nnbcnannte Puls-ader (L.rtoria anonz-ma), die linke gemeinschaftlicheKopfpnlsader (.Vrtoria carotis oommnnis sinistra)