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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
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Amsterdam Amt.

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und Eisencenstrnction. Äußerst reich ist A. anSpaziergänge» (VondclSparli und Vergnügnngs-localen aller Art, entsprechend dem lebhaften, znfröhlicher Geselligkeit neigenden Charakter der Ein-wohnerschaft n. dem großen Fremdenverkehr. DieStadt wird dnrch eine Reihe von Forts vcrthcidigt n. kan» durch künstliche Überschwemmungen ab-gcsperrt werden. Der Handel hat sich seit derTrennung Hollands von Belgien mehr und mehrausgedehnt n. wird sich dnrch die neue Kanal- n>Hafcnanlage unzweifelhaft noch mehr heben. Schonjetzt ist A. einer der ersten Handels - und See-plätze Europas n. der Hanptmarkl der Colonial-prodncte, so daß sich die übrigen Märkte nach denPreisen der großen Anclionen richten, welche jähr-lich zweimal dnrch die hier seßhafte Handels-Maat-schappij abgehalten werden. Die großartige», mitDocks und ausgedehnten Magazinen versehenenHascnanlagen fassen über 1000 Schiffe. Im I.1873 liefen 1283 Schiffe mit 470,052 Tonnen-gehalt ein, während 1340 mit 478,111 Toimcn-gehalt ansliefc». In den letzten 2 Jahren zeigtesich im Tonnengehalt der ein- und ausgelaufenenSchiffe eine Verminderung von 82,252 Tonnen,was hauptsächlich der geringen Zahl Segelschiffeunter fremder Flagge znznschreibcn ist. Unterden eingelaufcnen Schiffen ist Rußland (Ostsee)mit 259 Segel- u. 34 Dampfschiffe» (87,926 T.),Preußen mit 48, resp. 54 (75,676 T.), Hamburgu. Bremen mit 31, resp. 69 (35,597 T.) vertreten.Von den ostindischen Besitzungen (Java n. Su-matra) liefen 105 Segel- u. 21 Dampfschiffe mit74,500, resp. 34,258 Tvnnengchcckt ein; von Su-rinam kamen 24 Schiffe mit 4960 T. Beson-ders groß ist die Zahl der ans dem Mittelländi-schen und Schwarzen Meere einlanfcnden Schiffe.Dampferverbindnngen bestehen mit den meisten euro-päischen Seehafen, außerdem überseeisch mitBatavia.Auf dem Rhein u. der Rheineisenbahn kamen be-reits 1868 über 5 Mill. Ctr. Güter an n. gingenüber 1 Mill. Ctr. zur Abfuhr. Am 3. Dcc. 1843wurden die ersten Eisenbahnen in den Niederlan-den von A. nach Utrecht n. Haag dem öffentlichenVerkehre übergeben; außerdem führt eine Linie nachdcmHelder, während eine neneLinicnachAmersfoortim Bau begriffen ist. Ein Centralbahnhof, derauf einem dem U dnrch Anspumpen abgcwonne-ncn Terrain errichtet wird, soll alle diese Linienvereinigen. Die Zahl der Einwohner betrug beider Zählung von 1869 264,049 und ward fürdas Jahr 1872 geschätzt auf 277,765, darunterdie Mehrzahl Rcformirtc, über 60,000 Katholiken,35,000 Lutheraner, 30,000 Juden ic.

A. ward dnrch Fischer gegründet, die sich an derAmstel ansiedeltcn. Gijsbrccht van Amstel legte im13. Jahrh. dort eine Burg an; 1296 wurde A.von den benachbarten Kcnncmers zerstört, weil sichGisbert IV. van Amstel an der Ermordung desGrafen Floris von Holland bethciligt hatte. Lin»kam A. an die Grafen von Holland, wurde wiederaufgcbanr n. 1300 (1301) mit städtischen Rechtenbeschenkt, die 1334 von Graf Wilhelm IV. er-neuert wurden. Die Stadt wuchs mm in einemlangen Frieden rasch, hatte gegen Ende des 15.Jahrh. schon 2500 Häuser; neue Vergrößerungenfanden 1585 statt, indem die Stadt dnrch den

! Aufstand der Niederländer gegen Spanien u. dnrch>deu Portugal entrissenen ostindischcn Handel, be-i sonders dnrch die Wegnahme Antwerpens durchIne Spanier ungemein gewann. 1587 machtesder Engländer Leicester den Versuch, sich durchVcrrath in den Besitz der Stadt zn setzen, wasaber dnrch die Klugheit des Bürgermeisters Hooftvereitelt wurde. Wnm auch A-s Handel undBlüthe in der Mitte des 17. Jahrh. in Folgedes Krieges mit Spanien sehr sank, so hob ersich doch danach schnell wieder, und die im 17.Jahrh. n. zu Anfang des 18. wachsende MachtHollands, sowie der Tractat, der den Ausfluß derSchelde für Antwerpen sperrte, mehrte den Wohl-stand von A. In der Nacht auf den 30. Juni1650 suchte der Erbstatthaltcr Wilhelm II. A.vergebens zn überrumpeln; s. Niederlande. Seitder Eroberung Hollands durch die Franzosen 1795n. besonders seit der Continentaüpcrrc unter Na-poleon I. litt die Stadt sehr. Nach der ScheidungHollands von Belgien (1831) hat sich der HandelÄ-s, welcher seit der Mitte des 16. Jahrh. durchdie Blüthe Rotteidams n. Hamburgs gelitten hatte,immer mehr gehoben, wozu die schon früher ge-gründete Handels-Maatschappij wesentlich bcige-rragen hat. A. ist die Gcbnrtsstadr vieler berühm-ten Männer, wie der Historiker Jan Wagcnaar n.Geraert Brandt, des Geschichtschreibers n. Dich-ters Hooft, des Philosophen Spinoza, des Natur-forschers Swammerdam, des Dichters Bildcrdijk,des Staatsmannes n. Diplomaten van Benningen(st. 1693), der Admirale Hecmskerk und van derHnlst, ferner einer Reihe berühmter Maler.

Amsterdam, 1) städtischer Bez. im EonntyMontgomery des nordamerikanischen Staates New-öjork; 4600 Ew. 2) St. darin, am. linken Uferdes Mohawkflnsses, mit Brücke darüber, an derUtica-Schencctady-Eiscnbahn; Bank, Akademie, ver-schiedene Fabriken; über 3300 Ew. 3) Insel imIndischen Meere, mit 900 m hohem Vnican, hei-ßen Quellen; unbewohnt, wie die südlichere St.Paul. 4) New-A-, befestigte Hafenstadt inBritisch-Gniana, SAmerika. New-A. war auchder ursprüngliche Name des jetzigen Rcw-Pork.

Amstctten, Marktflecken im öftere. KronlandeUnter der Enns, an der Ljbbs und der Westbahn;Bezirks- n. Stencramt, landwirrhfch. Bezirksver-ein, Hammerschmiede, viele Gewerbe; 1223 Ew.;wurde von Karl d. Gr. gegründet, 1276 znmMarktflecken erhoben. Hier 5. November 1805Gefecht der österr.-russischen Arriercgarde unter Ba-gration gegen die Franzosen unter Mnrat.

Amt in adstrnebo ist 1) auf politischem Gebietedas verfassungsmäßige Organ, dnrch welches dieStaatsgewalt ihre einzelnen Functionen verrichtet,n. unmittelbar mit der Existenz des Staates ge-geben. Würde auch begrifflich Nichts entgegen-stehcn, wenn die Sonvcränetät des Landesherrnsein Amt im Staate genannt wird, so sind doch imstaatsrechtlichen Sinne unter dem Amt, im Ge-gensätze zn dem zur Bedienung des Fürsten n.Besorgung seiner persönlichen Angelegenheiten be-stellten Kiofämtern, nur diejenigen Einrichtungenim Staate verstanden, dnrch welche im Namen n.Aufträge des Souveräns die einzelnen Regicrnngs-rechte verwirklicht werden. So verschieden diese