Druckschrift 
Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
Entstehung
Seite
560
Einzelbild herunterladen
 

560

Ammann Ammer.

1589. Zuerst Schüler Baccio Bandincllis, ging j der Kinder enorm sei, während sic bei Ernährunger bald nach Venedig zu Sansovino; heimgekehrt, der Säuglinge mit Muttermilch auf das Betracht-studirre er namentlich Michel Angela. Julius III.! lichste sich vermindere. Leider aber sind die Aus-dcrief ihn zu den Arbeiten am Capitol, u. Cosimo ^ sichten dafür eher im Abnehmen als im Zunch-von Medici ernannte ihn zu seinem Architekten. ^ inen begriffen. Schon im Altcrthnm machte manAls Bildhauer hat A. eine nur mittelmäßige Be-!die Erfahrung, daß die Mütter da am meistendeutnng; dagegen ist seine Stellung im Knust-!sich der Pflicht, ihre Kinder zu sängen, entzogen,

leben als Architekt eine höchst bedeutsame: derBarock-Stil hat von seinen Bauwerken wesentlicheCharakterzngc empfangen. Seine Hauptwerkesind: die Statuen am Grabmal Saunazars inNeapel, Las Grabmal des Cardinals de Montiin Rom, die Dreicinigkeitsbrücke, der Ausbau desPalazzo Pini in Florenz.

Ammann, d. h. Amtmann, in der deutschenSchweiz ein Titel für verschiedene Behörden.Land-A. heißt in mehreren Kantonen der von derLandsgemcindc oder dem Großen Rathe (meist aufein Jahr! gewählte oberste Bollzichnngsvcanne(Regierungspräsident). Es gibt meist neben ein-ander einen regierenden (im Amte stehenden) undeinen stillstehenden (stellvertretenden) Land-A. Inder Medialionszeit (18031813) hieß der Präsi-dent des jeweiligen Vorortes (des Kantons, dernach der Reihe die eidgenössischen Angelegenheitenleitete) Land-A. der Schweiz. Seit 1830 wurdein mehreren Kantonen ohne Landsgcmeinden (St.Gallen, Aargan, Thurgau u. a.) der Regierungs-präsident La»d-A. genannt. In Bern führte 1830bis 1846 der Präsident des Großen Rathcs diesenTitel. In Granbünden heißt der Gerichtspräsi-dent jedes Kreises (früher Hochgerichts) Land-A.Bezirks-A. heißt in St. Gallen n. Thurgau derStatthalter der Negierung im Bezirke (im AarganBezirksamtmann). Gemeinde-A. oder A. schlecht-weg heißt in mehreren Kantonen der Vorsitzendedes Gemeindcrathcs (Bürgermeister), in anderendagegen der Vollzichnngsbeamre der Gemeinde fürSchuldbetrcibungen.

Ammc, Frauensperson, die für Lohn ein frem-des Kind sängt. Von höchster Wichtigkeit ist diephysische u. moralische Beschaffenheit solcher Per-sonen für das Gedeihen n. die ganze Entwickelungdes Säuglings. Wenn A-n nicht zu einer Schäd-lichkeit ohne Gleichen werden sollen, müssen sienicht nur jung, gesund und um dieselbe Zeit ent-bunden sein, wie die Mutter ihrer Pflegebefohle-nen, sondern auch ein gutes, zufriedenes Gcmüthhaben n. ohne schlimme Neigungen, Laster sein.Solche Personen ansznwählcn, wäre eigentlichSache der Gcsnndhcitsbehörde, u. wurde schon imvorigen Jahrh. durch Errichtung der sogenanntenA-nbureanx (worüber I. P. Frank, Medic. Po-lizei), Frankenth. 1791, Bd. 5) erzielt. In gegen-wärtiger Zeit hat man dem A-nwescn zwar vielAufmerksamkeit zugewandt, konnte aber die wesent-lichsten Schwierigkeiten nur znm geringen Thcilüberwinden. Das Vorzüglichste ist und bleibr:durch Verbesserung der allgemeinen Gesundheit u.derSitten, sowie durch Überwindung derVorurtheile,möglichst alle Frauen in den Stand zu setzen undzu veranlassen, ihre Kinder selbst zu sängen.Muttermilch ist das erste Bedürfniß für jedenSäugling, und gute A-n sind weit besser, als dievorzüglichst geleitete künstliche Auffütterung. O.du Mesnil fand, daß bei letzterer die Sterblichkeit

wo Sittenverdcrbniß und Entartung ani größtenwaren. Vgl. L. Pappcnhcim, Sanitätspolizci, 2.Anfl., Berl. 180870, Art. A-nwescn.

Ammei, Samen a) von 8won A.mmi, wahrerA., Mohreukümmcl in SEuropa, in älteren Zei-ten als ein blähnngtreibcndcs Mittel geschätzt;bi von Aaruni masns, 2jährige DoldcnpflanzeSEuropaS, von gleichförmiger, doch etwas schwä-cherer Wirkung; statt a) gebraucht; e) KoptischerA. (Ägyptischer A.), von .-Vmmi eoptienm.

Ammclid (Chcm.) (.'XgllgOg bildet sich beimAuflösen von Melam, Melamin oder Ammclin inconccntrirtcr Schwefelsäure. Nach dem Fällenmit Alkohol oder kohlcnsaurem Kali bildet es einweißes, in Wasser unlösliches, in Säuren löslichesPulver, welches beim Schmelzen mit Kalihydratin cyausaures Kali übergeht.

Ammclin (Chcm.) Ogiöl-.IIzO, durch Köchenvon Melam mit verdünnter Schwefelsäure u. Fällendurch kohlensaures Kali als weißes, voluminösesPulver erhallen, welches gegen Säuren die Eigen-schaften einer schwachen Basis zeigt, mit Salpeter-säure große Krystalle bildet, beim Erhitzen inAmmoniak in Mellon zenfällt u. durch schmelzendesKalihydrat in cyausaures Kali verwandelt wird.

Ammcnmiirchcn, s. Märchen.

Ammcnsleben (Groß-), Dorf im Kreise Wol.mirstädt des preuß. Rcgbcz. Magdeburg,' an derEisenbahn Magdeburg-Nenhaldenslcbcn; ehemalsBenedictiuerkloster; Simnltankirchc; Franencis- u.Gipsgrubcn, chemische Bleiche, Bandfabrik, Fär-berei u. Zuckerfabrik; 2000 Ew.

Ammcnzcugunsi, s. u. Zeugung.

Ammer, 1) (Amper) linker Nebenfluß derIsar in Oberbayeru; entspringt unweit der tirolerGrenze in den Alpen am Geiersberg, fließt durchden fischreichen, 10 l Am langen, 5,5 Am breite»,bis 80 m liefen A-see, nimmt die Maisach, Würmu. Glon auf, dient znm Holzflößen n. mündet beiMoosburg. Von Dachau geht aus ihr der Da-chauer Kanal östlich nach Schleißheim. In seinemoberen Laufe bildet er Las reizende Thal Aminer-gau, dessen Bewohner besonders Schnitzereienaus Holz u. Elfenbein verfertigen. 2) Linker Ne-benfluß des Neckar in Württemberg; entspringt inder Gegend von Herrenberg, berührt Tübingenn. mündet bei Lustnau.

Ammer (üimbsrma,), Gattung aus der Fam.der Kegelschnäbler, d. i. körnerfressender Sing-vögel mit kurzem, kegelförmigem Schnabel. DerOberkiefer ist durch Einbiegung der Ränder schmä-ler u. meist niedriger, als der Unterkiefer. Gefiedergewöhnlich gelblich-grau, oder gelb u. gesprenkelt,oben dunkler. Verbindungsglieder zwischen Ler-chen u. Finken, charakterisier Lurch die langzehigenFüße, deren Hinterzehe einen spornartigcn Nagelträgt; Lauf mit Schienen. Der Gesang ist nichtvon großer Bedeutung, alle haben aber ein wohl-schmeckendes Fleisch. Sie leben in Gärten und