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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
Entstehung
Seite
558
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^68 Amidobeuzol -

Amidobcnzol (Chem.), so v. w. Anilin, insofernman letzterem die Constitntionsformel 60M.X82gibt, d. h. Anilin (6^878) als Benzol (Og8g)betrachtet, in wclchein t At. Wasserstoff (8) durchdas hypothetische Radical Amid (Xll^) ersetzt ist(s. auch Amide).

Amidon (franz. amiäou, aus griech. amzlou),so v. w. Stärkemehl.

Amiel, Henri Frederic, Schriftsteller derfranz. Schweiz, gcb. 1822 zu Genf; machte großeReisen u. wurde später Professor der Philosophiean der Genfer Akademie. Schr.: vu mouvsmentlit. cians la Luisse rom., 1849; 8tuäs surk'Xoaä.eie ösuövs, 1859; auch philosophische Gedichte:Orains äs mil, 1844; s?snseroso, 1858; 8a,pariäu revs, 1863.

Amiens, Hanptst. des gleichnam. Arr. desfranz. Deport. Somme, an der schiffbaren Somme(für Seeschiffe bis zu 50 To.) n. an der Nordbahn(Knotenpunkt der Eisenbahnen nach Paris, Rouen,Bonlogne, Brüssel, Reims); hat eine Citadclle(unter Heinrich IV. erbaut), während die Wällein Boulevards verwandelt sind und als Haupt-spaziergang dienen; Sitz eines Bischofs; Ge-richtshof i. Instanz, Assiscnhof, Handelsgericht,Handelskammer, Gencralhandelsrath, Steuer-Lircction, 4 Fricdensgcrichte, mehrere Klösterund OrdcnShänscr, Bildnngsanstaltcn und wissen-schaftliche Institute, Vorbereitnngsschnle der Medi-ci» u. Pharmacic, Lyccnm, College, Normalschulefür Lehrer und Lehrerinnen, Ackerbanschule, Com-mnnalbibliothek (50,000 Bde., 572 Mannscriptc),Dinscum, botan. Garten, Akademie der Künste u.Wissenschaften, Gesellschaft für Altcrthnmsknnde derPicardie, Vereine für Kunst, Gewerbe, Garten-bau rc., Snccnrsalc der Bank von Frankreich.Unter den hauptsächlichsten Gebäuden sind zu er-wähnen: die Kathedrale, eines der schönsten gothi-schcn Bauwerke Europas, 1220 bis 1288 erbaut,127 IN lang, 70 m hoch, mit einem 110 NIhohen, 1529 errichteten Thurme, schönen mitReliefs und Standbildern geschmückten Portalen,Marmorstandbildern des heil. Vinccnz von Paulaund des heil. Karl Borromäus, schönen geschnitz-ten Chorstühlcn, prächtigen Fensterrosen rc., dieKirchen St. Germain und St. Leu (aus dem 15.Jahrh.), St. Remy aus dem 14. u. 15. Jahrh.,das sogen. Wasserschloß, das Stadthaus ans dem16. Jahrh., Fagade von 1760, der Justizpalast,die Präfectnr, das Theater (1773 79 erbaut),das Museum (185464 erb.). Bor der Kathe-drale die Bronzestatue von Peter v. A., auf demPlatze St. Denis die von Caudron gefertigte u.1849 aufgestellte Statue des hier geborenen Sprach-forschers Ducange. A. ist eine der bedeutendstenFabrikstädte Frankreichs; die Industrie erstrecktsich hauptsächlich auf Fabrikation von Baum-wollenwaaren, Wollenatlas und Sammet; dieFabriken von Sammetmanchester produciren jähr-lich über 100,000 Stück, die Wollenwebereienjährlich 100,000 Stück, die Utrcchter-Sammet-Fabriken 20,000 Stück; außerdem gibt es 6Hanf- und Flachsspinnereien, 2 Fabriken in Tüll,16 Wollcnspinncrcien, Seidenspinnereien, Leinen-Webereien, ferner Fabriken in Teppichen, Glanzleder,Maschinen, Seife, Chocolade, Nudeln, chemischen

Amilimnis. ;

Producten, Macronen, Öl, Zucker, Papier, be-rühmte Entenpasteten rc. Lebhafter Handel mitden Erzeugnissen der Localindustrie, mit Wein,Holz n. besonders mit Rübenzucker; große Torf-lager, bedeutende Fischerei; 63,747 Ew. Dabeidas ehemalige Augustinerkloster St. Achenl, späterJesuitenerziehungsanstalt, welche vor 1830 über »1000 Zöglinge hatte, doch nach der Julirevolntion *cinging. A. ist das alte Samarobriva, Hanptst.der Ambianer. Durch die Erbtochter des GrafenRaonl von Vermandois kam A. an den GrafenPhilipp vom Elsaß u. von Flandern, der eS 1185dem König Philipp August von Frankreich abtrat.1435 kam A. durch den Vertrag von Arras anPhilipp von Burgund. Ludwig XI. nahm eswieder ein u. vereinigte es 1477 mit Frankreich.

Am 11. März 1597 wurde es von den Spaniernüberrumpelt n. besetzt, aber am 26. Sept. dess. I.von Heinrich IV. nach 4mouatlicher Belagerungwiedcrerobcrt. Hier am 25. u. 27. März 1802Friede zwischen England und Frankreich, wel-cher den Französischen Revolntionskrieg zeitweiligendigte. Am 27. Nov. 1870 Sieg der Deutschen ^unter General Manteuffel über die 40,000 Mann istarke französische Nordarmee, welche die Bestimm- lung hatte, gegen die deutsche Belagerungsarmee cvor Paris zu operiren. Die Franzosen wurdennach lOstündigem hartnäckigein Kampfe auf A.zurückgeworfen, das sie räumten. Französischer iVerlust über 3000 Mann an Todten u. Verwun-deten, 800 Gefangene, 9 Geschütze, 2 Fahnen; ^prcußischcrscits betrug der Verlust 1234 Mann, idarunter 56 Offiziere. Am 30. Nov. ergab sich sauch die Citadelle von A.

Amiens, Peter von A., s. n. Peter.

Ämilia oder Emilia, seit Constantin d. Gr.der Name für die Landschaft u. den Vcrwaltungs- jbezirk nin die nach dem Consnl M. Ämilius Le-pidns genannte Äinilische Straße (via ^.smikia).

Seit der Lougobardenzeit erstreckte sich die Land-schaft Ä. westlich bis zum Tauaro, u. der östlicheTheil bildete das byzantinische Exarchat. Nach ^dem Sturze des longobardischcn Reiches, 774,wurde das Exarchat päpstlich (Romania), der west- >liche Theil der A. kam zum Fränkischen Reiche.

Seit im 10. Jahrhundert Obcritalien unter vieleHerren gcrieth, kam der,Name außer Gebrauch,er erhielt sich aber in dem Volksmunde für dieLandschaft n. specicll für die Stadt Reggio. Als1859 die Herzogthümer Modena n. Parma u. dieRomagua von ihren Fürsten abfielen, nahmen sicden alten Namen Emilia wieder an, um dadurchihre frühere Zusammengehörigkeit zu bezeichnen,und diese Länder wurden unter diesem Namen18. März 1860 an Sardinien annectirt, doch hatder Name bei der neuen Eintheilung des König-reichs Italien officiell keine Aufnahme gefunden,ausgenommen bei Reggio Emilia, zum Unterschiede ,von Reggio Calabria.

Amiliänus, 1) Beiname der Livier. 2) Bei-name des Scipio Africanns Minor. 3) CasusJul. Ämilius Ä., geb. 207 n. Chr.; Statthal-ter in Mösien u. Pannonien, wo er 253 n. Chr.,nach dem Tode des Kaisers Gallus, zum Kaiseransgerufen, aber nach 3 oder 4 Monaten beiSpoleto im Heere ermordet wurde.