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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
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514
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514 Ainalasuintha

523 Wittwe, von Thrasamunds Nachfolger Hild-rich in Haft gehalten u. nach Theoderichs Tode(526), hingerichtet. Ihr Sohn erster Ehe war Theo-dat; ihre Tochter Amalaberga heirathete denThüringerkönig Hermanfrid.

Nmnlasuintha (Amalasuntha, Amalaswinth),Tochter des Ostgothenkönigs Theoderich und derfränkischen Prinzessin Audifleda, Gemahlin Eutha-richs; wurde 522 Wittwe u. 526 mit CassiodorusBorninnd ihres Sohnes Athalarich im Ostgothi-fchen Reiche in Italien; nach dem Tode ihresSohnes (534) nahm sie Theodat als Mit-regenten an, wurde jedoch auf dessen Veranlassungermordet (s. Gothen).

Amalekiter, heidnisches Volk in Palästina,zwischen Jdnmäa, der Wüste Sinai u. Ägypten;sollen von Amalek, Enkel Esaus, abstainmen, schei-nen aber schon zu Abrahams Zeit vorzukommen.Ein zur Zeit Sauls lebender König derselben hießAgag. Sie lebten mit den Israeliten in fast un-unterbrochener Fehde, bis ihre letzten Überreste zuHizkias Zeit ausgerottet wurden. Über die Glaub-würdigkeit der arabischen Nachrichten über sie vgl.Nöldeke, Über die Amalekiter, Gott. 1864.

Amalcr, Helden- u. Herrschergeschlecht der Ost-gothen; stammten nach der Sage.von einem altenHäuptling Amala (s. Gothen). Daher heißen Diet-rich von Bern (Theoderich) u. seine Recken, alsNachkommen der A., im Hcldenbnche die Amelun-en. Die darauf bezüglichen Lieder des Hclden-uchcs: Wieland der Schmied, Wittich, Ecken Ans-fahrt, Dietleib, Sibichs Berrath, die beiden Diet-riche, die Rabenschlacht, die Heimkehr, hat K.Sim-rock als Amelungenlied bearbeitet, 3. Aust., Stuttg.u. Tüb. 1863 f., 3. Bd.

Amalfi, St. am Meerbusen von Salerno in derital. Prov. Principato citeriore, am Ausgange einer-tiefen Felsenschlucht; Sitz eines Erzbischofs; sehens-werthe Kathedrale S. Andrea aus dem 11. Jahrh.,im lombardisch-normannischen Stil erbaut, mitGlockenthurm von 1276; Seemannsschule in demvormaligen, 1212 vom Cardinal Pietro Capuanogestifteten Kapuzinerkloster; Fabriken in Papier,Maccaroni u. Seife; ehemals mächtige Handels-stadt, bis zu 50,000 Ew. zählend, jetzt 6500 Ew.Dabei das enge, an 2 km lange Mühlenthal (VnIIoäs Lloli.nl), mit Resten des Castells Pontone, u.in der Umgebung viel Wein-, Oliven- u. Obstbau.Das Seerecht von A. (Inbnlu L.ma1übnna) galtsonst in ganz Italien. Hier wurden die Pandek-ten, welche ein Amalfinischer Kaufmann ans demOrient mitgebracht hatte, aufgefunden. A. wardie Vaterstadt Masaniellos und Fl. Giojas, derfälschlich als Erfinder des Compasses gilt. UnterConstantin d. Gr. gegründet, kam die Stadt andie Herzoge von Neapel u. um 834 an Sichard,Fürsten von Benevent. Als sich 851 Salerno vonBenevent losriß, blieb A. dem Fürsten von Sa-lerno treu, wählte aber seine eigenen Präfectenu. machte sich zuletzt ganz unabhängig. Seine Ver-fassung war freier, als in den anderen kleinen ita-lienischen Fllrstenthllmern; an der Spitze standenConsuln, Grafen u. Herzoge, welche von dem grie-chischen Kaiser bestätigt u. zuweilen mit dem Na-men Patricier geehrt wurden, aber nicht erblichwaren. Der Staat A. hatte sich Lurch Kriegsglück

— Amalgam.

u. Seehandel so vergrößert u. an Macht gehoben,daß er zu Ende des 9. Jahrh. im O. bis nachVico Vecchio, im W. bis zur Punta della Cam-panella reichte, im N. gehörte dazu Lettre, Gra-gnano, Pimoute, im S. Scala, Ravello, Atrani,Tramonti, Positano, Cirara u. a. Die Herzögeregierten von 892 bis zur Eroberung durch Ro-bert Guiscard, 1077, der es mit seinem Königreichevereinigte. Seitdem u. besonders seit der Plün-derung durch die Pisaner, 1135, u. seitdem KönigRoger Salerno mehr u. mehr begünstigte, hörteder blühende Handel A-s ans. Dazu verschlangseit dem 12. Jahrh. das Meer allmählich einenTheil der Niederstadt, n. größere Verwüstungenbrachte imJ. 1343 eine furchtbare Überschwemmung.Erst im 15. Jahrh. wurde das Herzogthum A. wie-derhergestellt, als König Alfons I. Raimund Orsini,Fürsten von Salerno, damit belehnte; König Fer-dinand belehnte 1461 damit Antonio TodeschiniPiccolomini, einen Neffen des Papstes Pius II.;ihm folgte sein Sohn Alfons I. und 1498 dessenSohn Alfons II. 1584 st. der Letzte dieser Linie,u. A. löste sich mit 216,160 Ducaten vom Lehens-verbande; zwar belehnte König Philipp IV. 1642den-General Octavio Piccolomini mit A., indeßmachte die Stadt ihre Freiheit geltend, worausder König seine Belehnung zurllckzog, Piccolominiaber gleichwol den Titel als Herzog von A. fort-sührte u. sich durch schwere Opfer einige Rechtedort erkaufte.

Amalgam (wahrscheinlich v. griech. inälLAiua,weicher Körper; in dem Vorgesetzten u vermuthetman den arabischen Artikel ul; Chem.), flüssige,breiartige, oder feste u. krystallisirbare Legirnngoder Verbindung des Quecksilbers mit Metallen.Die meisten Metalle verbinden sich leicht mit Queck-silber, daher man viele A-e direct durch Zusam-menbringen der Metalle mit Quecksilber erhaltenkann. Viele Metalle gehen mit dem Qnecksilberchemische Verbindungen in bestimmtem Verhältnisein, die durch überschüssig zugesetztes Quecksilbernur verdünnt, in demselben suspendirt sind u. beimDurchdrücken durch Leder in letzterem Zurückblei-ben. Von den verschiedenen A-en benutzt mandas Kalium- u. Natrium-A. zu Operationen derorganischen Chemie; Kupfer-A., welches, wie dasZinn-A., anfangs weich ist, nach einiger Zeit abererhärtet, zu Zahnkitt; Zinn-A. bei der Fabrikationder Spiegel, indem man die Zinnfolie mittelsQuecksilbers fest am Glase haften macht. Die Reib-kissen für die Elektrisirmaschinen reibt man miteinem A. von 1 Theil Zink, 1 Theil Zinn u. 2Theilen Quecksilber (Kienmayers A.) ein. DasGold- u. Silber-A. findet ausgedehnte Benutzungbei der Vergoldung und Versilberung unechterWaaren, der Feuervergoldnng und Fenerversilber-ung, sowie bei der Gewinnung von Gold undSilber, s. Amalgamation. Natürliches Silber-A.findet sich in den Quecksilbergruben der bayeri-schen Nheinpfalz bei Obermoschel und Mörsfeld,dann in Ungarn und bei Almaden in Spanien.Es krystallisirt regulär, in den mannigfachstenCombinationen, hat das spec.Gew. 13,? u. ist silber-weiß; der Silbergehalt ist schwankend. Auch na-türliches Gold-A. findet sich in Columbia in denPlatinadistricten u. in Californien in rundlichen,