Amadia —
des Königs Victor Cmanuel v. Italien, u. alssolcher Herzog v. Aosta; erhielt den General Gins.Rosst als Erzieher, focht 1859 gegen Österreich,bereiste 1862 mit seinem älteren Bruder HumbertItalien u. besuchte Constantinopel, wurde 1866bei Custozza leicht verwundet u. erhielt später denRang eines Contreadmirals. Nachdem die spani-schen Cortes nach Vertreibung der Königin Jsa-bella im Sept. 1868 die Beibehaltung der Mon-archie beschlossen u. man die Krone nach einanderdem Vater des Königs v. Portugal, dem KönigLudwig v. Portugal selbst n. dem Prinzen Tho-mas v. Savoyen, einem Neffen des Königs Vic-tor Emanuel, vergeblich angeboten, Espartero sieabgelehnt u. auch Prinz Leopold v. Hohenzollernvon der Candidatur zurückgetreten war, bot manA. die Krone an. Die Wahl erfolgte in der Cortes-sitzung vom 16. Nov. 1870, u. die ihm dieselbemeldende Deputation ward am 4. Dec. im PalastPitti feierlich empfangen, bei welcher Gelegenheitauch die Acte unterzeichnet wurde, in welcher derHerzog v. Aosta die ihm angebotene Krone defi-nitiv annahm, wogegen gleich darauf die Protesteder Königin Jsabella u. des Prätendenten DonCarlos erfolgten. A. landete am 30. Dec., amTodestage des Generals Prim, durch den er zurKrone gelangt war, in Cartagena, hielt am 2.Jan. 1871 seinen Einzug in Madrid, leistete so-fort in den CorteS den Eid auf die Verfassung u.ward als König proclamirt. Seine streng konsti-tutionelle Regierung war keineswegs eine erfreu-' liche. Heftige Parteistreitigkeiten beunruhigten an-dauernd das Land, u. von Mitte Juli 1871 bisJuni 1872 wechselte das Ministerium sechs Mal.A. zeigte mehr Geduld, als Energie u. Geschick,doch unter den fortwährenden Parteikämpfen, Jn-triguen, klerikalen Umtrieben, wozu auch das Um-sichgreifen des Carlistenaufstandes u. ein Attentatauf sein Leben kam (18./19. Juli 1872), endlichder immer mehr hervortretenden Unmöglichkeit, demseit zwei Menschenaltern zerrissenen Spanien dieRuhe wiederzugeben, eine dauernde constitutionelleRegierung zu gründen, reifte in ihm der Ent-schluß , der Krone zu entsagen. Nachdem erdenselben 11. Febr. 1873 den Cortes kundgethan,verließ er Spanien und kehrte über Lissabon nachItalien zurück. Beim Betreten des ital. Bo-dens, 8. März, legte er den Königstitel förmlichnieder. Victor Emanuel ernannte ihn zum Ge-uerallientenant u. stellte feine Thronerbrechte, aufdie er als König v. Spanien Verzicht geleistet,wieder her, während die Kammern die Wieder-auszahlung einer jährl. Apanage von 400,000Fcs. an ihn votirten. Er ist seit 30. Mai 1867verheirathet mit Marie, Tochter des 1864 verst.reichen Fürsten Karl Emanuel della Cisterna;Kinder: Emanuel, geb. 13. Jan. 1869, u. Victor' Emanuel, geb. 24. Nov. 1870, Ludwig, geb. 31.Jan. 1873.
Amadra (Amadieh), Hauptst. des gleichna-migen Distr. in Türk.-Armenien, nördl. v. Mofful;mit verfallenen Befestigungen, armenischem Kloster;8000 Ew., meist Kurden; ist wichtiger Handels-platz für Galläpfel.
Amadis de Garrla, altportugiesisch prosaischerRitterroman, nach seinem Helden so genannt. DasPierers Universal-ConversationL-Lexikoii. 6. Aufl. l
Amalafrida. 513
portugiesische Original, für besten Verfasser ge-wöhnlich Vasco de Lobeira (gest. 1403) gehaltenwird, ist verloren u. wird ersetzt durch GarciaOrdonez de Montalvos spanische Übersetzung(1492). A. v. Gallien, nach seinem Schildes-zeichen auch der Löwenritter u. nach seinem Lebenin der Einöde Dunkelschön (Relteirsbros, 1s Rsantsnebrsnr) genannt, war ein Kind der Liebe dessagenhaften Königs Perion v. Frankreich u. derElisena, Tochter des Königs Garinter v. Bretagne.Er kommt als Jüngling an den schottischen Königs-hof u. verliebt sich in Oriana, die Tochter Lisuartsvon Großbritannien. Abenteuer der buntestenArt, bei welchen oft der Hauptfaden der Erzählungganz verloren geht, knüpfen sich an diese Liebe.Die zeitweilig entzweiten Geliebten versöhnen sichwieder und werden schließlich durch die Ehe ver-bunden. A. ist eine Nachahmung der Romanevon Lancelot u. Tristan. Das franz. Rittergedichtdes 13. Jahrh. L.maäas st Väoins, herausgeg.von C. Hippeau, Paris 1863, ist eine ältere Ge-staltung der Sage, welche in der Legende vom h.Amandus ihren Ürsprung zu suchen hat. De>-ursprüngliche Prosaroman von A. bestand aus 4Büchern und erschien zuerst im Drucke 1496.Montalvo selbst fügte ein 5. Buch hinzu, welchesvon Esplandian, dem Sohne des Amadis u. derOriana, erzählt. 1526 folgte ein 6. Buch, u. 1549waren bereits 6 weitere Bücher hinzugekommen,welche die Thaten der Enkel, Urenkel u. spätestenNachkommen des A. berichten. 1540 wurde A.von Herberay des Essarts in das Franz, übersetztu. später bis zu 24 Büchern erweitert. Duverdierfügte die locker verknüpften Bücher fester zusammenu. gab sie unter dem Titel Roman äss Romans,1626, in 7 Bdn. heraus. Die Übersetzung vonHerberay wurde1779 vom Grafen de Treffan moder-nisirt, u. danach verfaßte 1813 A. Creuze de Lesterseine poetische Bearbeitung in 20 Gesängen u. vorihm W. Stewart Rose sein Amadis äs dank, a xosmin tdrss booics, Lond. 1802. Ähnliche epische u.dramatische Versuche rühren her von dem ItalienerBern. Taffo u. dem Spanier Hernando Herrera.Schon 1546 war eine italienische, 1569 eine deutsche,1619 eine englische Prosabearbeitung vorhanden.Wielands Neuer A. hat nur den Titel mit demalten gemein. Die neueste Untersuchung über A.rührt her von Th. Braga: A. de Gaula, Porto1873. Eine ziemlich vollständige Bibliographie derA.-Romane aller Sprachen findet sich in KellersNachschrift zu seiner Ausg. des ersten Buches derältesten deutschen Amadisbearbeitung, Tübing. 1857(40. Public, des Stuttg. lit. Vereins).
Amadinen, s. Prachtfinken.
Amador, County im nordamerikanischen Unions-staate Californien, unter 38" n. Br. u. 120" w. L.,mit 9582 Ew.; hat reiche Kupfer- u. Goldminenu. Steinkohlenlager; nur einige Thäler sind frucht-bar; Countysitz Jackson.
majori aä minus (lat.), vom Größeren aufdas Kleinere; a minori aä mafns, vom Kleinerenauf das Größere (schließen).
Amak, s. Amack.
Amalafrida, Schwester des OstgothenkönigsTheoderich u. Gemahlin erst eines edlen Östgothenu. dann des Vandalenkönigs Thrasamund; wurde. Band. ZA